Stirbt das Wirtshaus, stirbt der Ort

Vorarlberg / 20.03.2018 • 17:23 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Am Podium: Richard Bilgeri (l.), Matthias Mayr, Eugen Fulterer, Claudia Marte sowie Matthias Müller und Johannes Herburger. Egle
Am Podium: Richard Bilgeri (l.), Matthias Mayr, Eugen Fulterer, Claudia Marte sowie Matthias Müller und Johannes Herburger. Egle

Zukunft von Dorfgasthäusern war Thema einer Podiumsdiskussion.

Zwischenwasser Johannes Herburger, der selbst einer Gastronomiefamilie entstammt, hat im Rahmen eines EU-Leaderprojekts eine Studie zur Zukunft der Gasthäuser im ländlichen Umfeld erstellt. In Zusammenarbeit mit dem Verein Dörfliche Lebensqualität lud man kürzlich zu einer Diskussion der Problematik in „üsre Krona“ nach Dafins, bei der die Teilnehmer ihre Standpunkte darlegten und Lösungsmöglichkeiten präsentierten. So unterstützt Matthias Mayr, Geschäftsführer der Region Dreiklang Schnifis, Dünserberg und Düns, den neuen Pächter des Henslerstübles mit einer umsatzabhängigen Pacht. Weiteren Gasthäusern hilft man mit der Entwicklung eines Gastrokonzepts und unterstützt Wirte auf unterschiedlichster Ebene. Für Mayr unablässig ist es, Synergien mit anderen Branchen zu finden.

Berufsimage verbessern

Das Gasthaus Krone in Dafins wurde nach einer Pensionierung von der Gemeinde Zwischenwasser im Sinne der Förderung der dörflichen Infrastruktur günstig erworben. Der Verein „üsere Krona“, mit Obfrau Claudia Marte an der Spitze, übernahm den Betrieb des Gasthauses. Die Krone ist sozialer und kultureller Treffpunkt. Essen gibt es nur über Vorbestellung. So konnte die Schließung des einzigen Dorfgasthauses verhindert werden.

Richard Bilgeri, Obmann der Genossenschaft „üser Wirtshus“, verfolgt mit dem Bartle in Riefensberg ein klares Konzept: „Jassa und a Bier“ lautet das Motto. Die Genossenschaft führt den Betrieb, Gäste können Anteilsscheine kaufen, das nötige Budget für den Umbau, der in Eigenregie durchgeführt wurde, war binnen drei Wochen gesammelt. Matthias Müller, Obmann des jungen Gastgewerbes und Wirt im Schützenhaus Feldkirch, sieht für Gasthäuser ab einer gewissen Größe Probleme mit dem lokalen Einkauf. Auch die rechtlichen Rahmenbedingungen seien ein großes Problem für Gastronomen. Für ihn gehört das Berufsimage des Wirts verbessert. Eugen Fulterer schließlich stammt aus dem Gasthaus Kreuz in Rankweil und ist derzeit als Kulturarbeiter und Berater tätig. Für ihn sind, bei aller Wertschätzung der Vereine, Vereinslokale insofern ein Problem, als sich der Umsatz vom Gasthaus hin zu den Vereinen verlagert hat.

Die Veranstaltung stieß auf großen Anklang. Unter anderen vor Ort die Landtagsabgeordneten Markus Hartmann, Hubert Kinz, Daniel Matt, Christoph Metzler und Josef Türtscher, ebenso zahlreiche Bürgermeister aus Kleingemeinden, wie etwa Rainer Duelli (Übersaxen), Werner Müller (Klaus), Roman Kopf (Röthis), Angelika Schwarzmann (Alberschwende) und Karl Wutschitz (Sulz). CEG

„Das Berufsimage des Wirts muss verbessert werden.“