„Es war ein menschlicher Fehler“

23.03.2018 • 21:25 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Bei dem spektakulären Unfall wurden rund ein Dutzend Personen aus den Sesseln geschleudert.
Bei dem spektakulären Unfall wurden rund ein Dutzend Personen aus den Sesseln geschleudert.

Ursache des Unfalls mit Doppelmayr-Lift in Georgien weitgehend geklärt.

Wolfurt, Gudauri Der Skiliftunfall im georgischen Ferienort Gudauri mit mehreren Verletzten ist ersten Erkenntnissen zufolge auf menschliches Versagen zurückzuführen. Der vom Vorarlberger Unternehmen Doppelmayr im Jahr 2007 gebaute Skilift habe sich in einem technisch perfekten Zustand befunden, gab das georgische Wirtschaftsministerium am Freitag in einer Pressekonferenz bekannt.

Stromausfall

Das Wirtschaftsministerium stützte sich dabei auf einen Vorabbericht des unabhängigen französischen Instituts Veritas, das mit der Prüfung der Vorgänge beim Unfall befasst wurde. Demnach wurde das Unglück – wie vermutet – zunächst durch einen Stromausfall ausgelöst. Der Vierersessellift kam zum Stillstand und hätte, so ist es in den Vorschriften vorgesehen, vom Anlagenbediener mithilfe eines Dieselaggregats wieder zum Laufen gebracht werden sollen, um die Wintersportler auf dem Lift in Sicherheit zu bringen.

Der Anlagenbediener habe die vorgeschriebenen Aktionen aber nicht den Regeln entsprechend ausgeführt. „Es war ein menschlicher Fehler“, so das Ministerium. Als erste Konsequenz aus dem Unfall, den das Ministerium als „Ausnahmefall“ bezeichnete, wurden der Anlagenbediener sowie zwei hochrangige Manager des betroffenen Skigebiets in Gudauri suspendiert bzw. von ihren Aufgaben entbunden. Die beiden Manager wollten sich so ihrer – auch moralischen – Verantwortung stellen.

Als Nächstes wird nun Veritas die Analyse und Aufarbeitung des Unfalls fortführen. Weitere Informationen soll es geben, wenn ein Abschlussbericht vorliegt. Dann sollen weitere Entscheidungen getroffen werden, auch in strafrechtlicher Hinsicht. Wie berichtet, war der Vierersessellift in Gudauri im Norden Georgiens am Freitag vergangener Woche (16. März) plötzlich mit hohem Tempo rückwärts gelaufen. Dabei waren nach unbestätigten Informationen rund ein Dutzend Personen aus den Sesseln geschleudert oder bei Sprüngen verletzt worden.