Spaß am Rodeln ist unsere Motivation

Vorarlberg / 25.03.2018 • 18:04 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Lukas und Marcel Tagwerker mit ihrem „Arbeitsgerät“. CM
Lukas und Marcel Tagwerker mit ihrem „Arbeitsgerät“. CM

Zwei Nachwuchsasse unterwegs in den schnellsten Eiskanälen Europas.

BLUDENZ Der 14-jährige Marcel und der 11-jährige Lukas Tagwerker sind zwei von sechs aktiven Nachwuchssportlern des Bludenzer Rodelclubs. Sie beendeten die Rodelsaison vor wenigen Tagen in Innsbruck-Igls mit einem Sieg und einem zweiten Platz in ihren Kategorien. Die Liebe zum Rodeln hat ihnen offenbar Mama Andrea, Olympiadritte in Lillehammer und Aushängeschild des Klubs, vererbt.

 

Eure Mama ist die erfolgreichste Rodlerin Vorarlbergs und ist nach wie vor als Trainerin im Verein tätig. Könnt ihr euch erinnern, wann sie euch zum ersten Mal mit zum Rodeln nahm?

Marcel Ja, damals war ich sechs Jahre. Da bin ich in Innsbruck das erste Mal die Anfängerstrecke gefahren und wollte dann gleich zur Kinderstrecke. Der Grund dafür war allerdings, dass beim Kinderstart ein Freund von mir war.

Lukas Als ich noch ganz klein war, habe ich immer zuschauen dürfen. Mit sieben Jahren durfte ich dann das erste Mal auf der Bahn fahren. Ich kann mich noch erinnern, dass ich da ziemlich Respekt davor hatte. Mit dem höhergelegenen Start für die größeren Kinder wartete ich lieber noch ein bisschen.

 

Was macht die besondere Faszination des Sports für euch aus?

Marcel Die Geschwindigkeit. Während des Rodelns merkt man das allerdings gar nicht so direkt, außer man hat Probleme. Ich finde es einfach lässig, wenn im Ziel die Zeit aufscheint und man sieht, wie schnell man auf dem Eis war. Über 100 Kilometer pro Stunde auf den engen Passagen, das fühlt sich dann schon speziell an.

Lukas Ich mag es, dass wir immer wieder neue Freunde kennenlernen und dass die ganze Familie mitfiebert. Aber im Grunde ist es genauso wie Lukas sagt, das beste am Rodeln ist einfach die Geschwindigkeit.

 

Das Rodeln erfordert viel Kraft, aber auch Mut. Habt ihr nie Angst, im Eiskanal mit so hoher Geschwindigkeit nach unten zu rasen?

Lukas Nein, Angst habe ich keine, aber eine neue Strecke erfordert ein bisschen Überwindung. Angst habe ich eigentlich nur vor Spinnen.

Marcel Ich hatte in diesem Jahr einen Sturz mit Schulterbruch und Gehirnerschütterung. Danach war es schon eine echte Überwindung, wieder an den Start zu gehen, vor allem weil ich mit einem neuen, schwereren Schlitten fahren musste. Natürlich bin ich dann ziemlich angespannt gerodelt, aber am Ende war es cool, dass ich es geschafft habe.

 

Wichtig ist ja auch immer das Material. Schleift ihr eure Schlitten selbst?

Marcel Wir helfen immer mit, aber wir können das noch nicht ganz alleine. Dafür sind Mama und Papa zuständig. Papa ist eigentlich der Materialchef. Der beste Materialchef, den man haben kann.

 

Jede Sportart verlangt ihren Athleten eine hohe Leistungsbereitschaft ab. Für euch Rodler ist es – zumindest noch – besonders kräftezehrend, da ihr zum Training nach Innsbruck fahren müsst. Was würde die geplante Rodelbahn in Hinterplärsch für euch bedeuten?

Lukas Im November beginnt die Rennsaison, dann sind wir fast jedes Wochenende unterwegs. Zum Training fahren wir nach Innsbruck, manchmal müssen wir auch übernachten. Es wäre schon viel leichter, wenn wir in Bludenz trainieren könnten, weil zwei Stunden im Auto hin und zurück eben viel Zeit sind. Sportlich wäre das natürlich ein riesiger Fortschritt, wenn wir regelmäßig auch unter der Woche trainieren könnten. Dann hätten auch viel mehr interessierte Kinder und Jugendliche wieder Zugang.

Marcel Die Voraussetzungen für Spitzensport sind derzeit in Bludenz leider nicht gegeben. Für Rodler wie Thomas Steu, der dieses Jahr bei der Olympiade Vierter wurde, war der Aufwand in den vergangenen Jahren riesig. Wir hätten viele Talente, aber die Anstrengungen sind für die meisten Nachwuchssportler einfach zu groß.

 

Habt ihr schon Pläne für die ­Zukunft?

Lukas (schmunzelt) Ich würde schon gern einmal bei einer Olympiade mitfahren.

Marcel Großereignisse wären schon ein Ziel. Wie sich das zeitlich mit der Arbeit ausgehen wird, sehen wir dann im Herbst. Dem Rodelsport werde ich so oder so treu bleiben. CM

Zur Person

Marcel Tagwerker

Geboren 18. August 2003

Familie ein Bruder, 2 Katzen

Hobbys Rodeln, sich mit Freunden treffen, Sport

Lukas Tagwerker

Geboren 1. April 2006

Familie ein Bruder, 2 Katzen

Hobbys Rodeln, Schalgzeug spielen