Angeblicher Betrug mit „Fettverbrennung“

Vorarlberg / 27.03.2018 • 22:28 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Feldkirch Sie ist 34 Jahre alt, hat fünf Kinder und sechs Vorstrafen. Sie saß bereits wegen Betrugs im Gefängnis, wurde aber nach der Hälfte der Strafe bedingt entlassen. Und schon wieder spinnt sich eine höchst seltsame Geschichte um die beim Landesgericht Feldkirch angeklagte Frau, die bei ihrem Sohn schwört, die Wahrheit zu sagen.

Laut Anklage soll sie einem Frühpensionisten, von dem bekannt war, dass er geerbt hatte, 30.000 Euro aus der Tasche gezogen haben.

Und zwar für ein angeblich geplantes Geschäft mit „Fat Burnern“, also Produkten, die die Fettverbrennung ankurbeln und somit Gewichtsverlust bewirken. Das etwas beleibte Opfer konnte die Frau bei der Polizei eindeutig identifizieren, steht im Akt. Die Angeklagte bestreitet dies und bringt die „große Unbekannte“ ins Spiel. Die wirkliche Betrügerin habe Tanja geheißen, sei groß gewesen, habe feuerrotes Haar gehabt und mit tschechischem Akzent gesprochen. „Wir waren immer nur zu zweit und eine Frau, auf die diese Beschreibung passt, war ganz sicher nie bei den Besprechungen dabei“, kontert das geprellte Opfer als Zeuge.

Das Vertrauen erschlichen

Der Mann wurde laut seiner Schilderung durch einen Zettel an der Windschutzscheibe auf die 34-Jährige aufmerksam. Man habe sich einmal in Michis Café, dann noch zwei Mal in Harrys Café im Bregenzer Vorkloster getroffen. Die Angeklagte habe vorgeschlagen, den Vertrag über einen Notar aufzusetzen, dies schien ihm besonders vertrauenswürdig. Sie sprach von Produkten, mit denen sie selbst 20 Kilo abgenommen habe und von finanzkräftigen Geschäftspartnern in der Schweiz.

„Sie wirkte so überzeugend, sprach von Ethik im Geschäftsleben, Nachhaltigkeit und Win-Win-Situationen“, erinnert sich der Mann. „Du lügst wie gedruckt!“, faucht ihn die Angeklagte beim Prozess an.

In Tränen ausgebrochen

Immer wieder beginnt die Frau bei ihrer Einvernahme zu schluchzen. Sie will, dass noch weitere Zeugen einvernommen werden. Die könnten bestätigen, dass es die rote Tanja wirklich gegeben habe, diese den Rentner betrogen habe und sie völlig unschuldig sei. Dem Gericht bleibt nichts anderes übrig, als den Prozess zu vertagen. EC