Alpine Matten statt Gletscher – WWF will Raum für Natur

Vorarlberg / 28.03.2018 • 20:45 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Der Vorarlberger „Gletscherpapst“ Günter Groß weiß um die Sensibilität der Gletschergebiete. Im Gegensatz zu anderen ist er jedoch nicht so pessimistisch. Lerch
Der Vorarlberger „Gletscherpapst“ Günter Groß weiß um die Sensibilität der Gletschergebiete. Im Gegensatz zu anderen ist er jedoch nicht so pessimistisch. Lerch

Schwarzach Das Verschwinden von großen Teilen der Vorarlberger Gletscher ist für den World Wildlife Fund eine Tatsache. Die vom Eis freigegebenen Gebiete sollen jedoch nicht für Erschließungen und menschliche Nutzungen zur Verfügung stehen, sondern den von unten nachrückenden alpinen Tieren und Pflanzen zur Verfügung stehen.

„Aus diesem Grund ist allen Begehrlichkeiten nach einer Erschließung und Nutzung des von den Gletschern freigegebenen Landes eine harsche Absage zu erteilen“, halten Bernhard Kohler und Josef Schrank vom WWF Österreich fest.

Der WWF hat auf den VN-Bericht der Vorwoche über die Situation der Vorarlberger Gletscher reagiert und sieht das Schmelzen des vermeintlich „ewigen“ Eises als eine große Herausforderung. „Durch den Rückgang der Gletscher und das Auftauen des Permafrosts nimmt im Hochgebirge die Gefahr von Felsstürzen, Muren und Erdrutschen zu“, betonen die Experten.

Auch die Veränderung des Wasserhaushalts durch schmelzende Gletscher bereitet Kohler und Schrank Sorgen. Die Autoren warnen in diesem Zusammenhang vom Bau neuer Staumauern und Dämme, die auch wirtschaftlich genutzt werden würden. „Die Gebirgsflüsse würden dann völlig ihrer Natürlichkeit beraubt und als Ökosysteme schwer gestört – mit unabsehbaren Folgen für den gesamten Unterlieger-Bereich“, entwerfen die Experten düstere Szenarien. Sie sprechen sich auch klar gegen den Bau neuer Gletscherskigebiete aus. VN-HK