Bäcker übermitteln B(r)otschaften

Vorarlberg / 28.03.2018 • 20:45 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Brottüten mit Botschaften: Am Mittwoch wurde die Aktion B(r)otschaften in der Bäckerei Alber in Sulzberg präsentiert. VN/Reiner
Brottüten mit Botschaften: Am Mittwoch wurde die Aktion B(r)otschaften in der Bäckerei Alber in Sulzberg präsentiert. VN/Reiner

Mit der Aktion soll für ein stärkeres Miteinander geworben werden.

Sulzberg Ob in Vereinen, Projekten oder der Nachbarschaftshilfe – in Vorarlberg engagieren sich rund 164.000 Menschen ehrenamtlich. Jeder Einzelne ist im Schnitt 6,5 Stunden pro Woche im Einsatz. Die Summe der geleisteten Arbeit entspricht rund 26.000 Vollzeitarbeitsplätzen. „Vieles würde nicht mehr stattfinden, wenn es das Ehrenamt nicht gäbe“, verdeutlicht Landesrat Erich Schwärzler.

Für ein starkes Miteinander soll auch die Aktion B(r)otchaften sorgen. Hierfür haben sich die Verantwortlichen des Leader-Projekts „engagiert sein“ mit acht Ortsbäckereien im Bregenzerwald und im Leiblachtal zusammengetan. Die Backwaren kommen in den nächsten Wochen in Papiertüten, die eine Botschaft tragen. Damit sollen möglichst viele Menschen erreicht und motiviert werden, sich verstärkt in die Gesellschaft einzubringen. „Das Engagement ist das tägliche Brot unserer Gesellschaft und so ist diese Aktion ein ganz wichtiger Beitrag, um für dieses Thema zu sensibilisieren. Ohne Engagement würde das Gemeinwesen kollabieren“, unterstreicht Michael Lederer vom Büro für Zukunftsfragen.

Bindeglied

Das Leader-Projekt „engagiert sein“ der Regionalentwicklung Vorarlberg versteht sich als Bindeglied zwischen Gemeinden und Bevölkerung – mit dem Ziel, bürgerliches Engagement zu fördern und zu forcieren und bei der Umsetzung von Ideen und Projekten zu unterstützen. Christiane Eberle ist eine von fünf Freiwilligenkoordinatorinnen, die in 18 Vorarlberger Gemeinden aktiv sind. Für sie ist „engagiert sein“ so etwas wie die Nahversorgung des Engagements. „Wir haben bemerkt, dass eigentlich schon recht viele Ideen in den Gemeinden vorhanden sind. Eine unserer Aufgaben ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, damit diese Ideen wachsen, reifen und gedeihen können“, erläutert Eberle und stellt fest: „Das Ehrenamt ist durch die Koordination positiv beeinflussbar.“

Für die B(r)otschaften wurden über 80.000 Papiertüten mit drei unterschiedlichen Botschaften bedruckt. Der offizielle Start der Aktion findet am kommenden Mittwoch, 4. April, im Foyer des Landhauses statt. Mit an Bord ist auch Richard Alber von der Bäckerei Alber in Sulzberg. „Wir als regionale Bäcker haben auch eine Kundennähe, unsere Mitarbeiter kennen die Kunden persönlich. Und ich denke, um solche Botschaften zu vermitteln, muss man das auch leben“, ist er überzeugt.

200 Helden

Eine der rund 200 „Helden“ von Christiane Eberle und ihrem Team ist Ingrid Grabherr. Die Sulzbergerin engagiert sich seit knapp dreieinhalb Jahren ehrenamtlich in der Flüchtlingsbetreuung. Für sie steht fest: „Ich wäre nicht zufrieden, wenn ich nichts machen könnte in dieser Richtung. Es ist eine sehr spannende Aufgabe. Ich merke, dass ich sehr herausgefordert bin, es tut mir sehr gut und es weitet meinen Horizont.“ VN-ger