Bürger fühlen sich dem Landtag nah, der Gemeindevertretung näher

Vorarlberg / 30.03.2018 • 18:50 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Speziell Schülergruppen finden immer wieder den Weg zu Landtagssitzungen. VN/Steurer
Speziell Schülergruppen finden immer wieder den Weg zu Landtagssitzungen. VN/Steurer

Bregenz Je näher, desto vertrauter. So kann man eine Umfrage zusammenfassen, die vom Vorarlberger Landtag und dem Institut für sozialwissenschaftliche Regionalforschung in Auftrag gegeben wurde. Demnach geben 68 Prozent der Befragten an, dass für sie der Landtag wichtig oder sehr wichtig ist. Acht Prozent mehr sind es bei der Frage nach der Gemeindevertretung. Dieses Gremium bezeichnen 76 Prozent der Befragten als wichtig oder sehr wichtig. Weniger wichtig sind den Vorarlbergern der Nationalrat (46 Prozent) und das europäische Parlament (34 Prozent). Und dies obwohl die Parlamente in Wien und Brüssel weitaus mehr zu sagen haben. Für 63 Prozent der Vorarlberger steht fest, dass der Landtag im Vergleich zum EU-Parlament eine zu kleine Rolle spielt.

Umgekehrt finden 74 Prozent, dass der Bereich Energie im Landtag gut verwaltet wird. 73 Prozent sehen dies bei den Bereichen Pflege und Naturschutz. Familienpolitik und Kinderbetreuung sehen 72 Prozent in Landeshänden gut aufgehoben. Auch die anderen Themen sollen im Landhaus bleiben. Das sagen zumindest: bei Spitälern 71 Prozent, beim Jugendschutz 69 Prozent, bei der Raumplanung 63 Prozent, beim Baurecht 61 Prozent.

Die Umfrage fand im Jänner dieses Jahres statt. 502 Vorarlberger wurden befragt. Schon vor zehn Jahren hat das Land eine ähnliche Umfrage machen lassen. Damals lag die Zustimmung für Landtag und Gemeindevertretung noch etwas höher: 72 Prozent hielten im Jahr 2008 den Landtag für wichtig oder sehr wichtig, 82 Prozent die Gemeindevertretung. Auch bei den Themen ist ein Rückgang zu beobachten, 2008 waren noch 88 Prozent der Befragten überzeugt, dass die Spitäler in Landeshand gut aufgehoben sind. Über Schulen sagten es 81 Prozent.

Die Hälfte hat eine Sitzung gesehen

Die Landtagsarbeit stößt auf geteiltes Interesse. 51 Prozent der Befragten gaben an, bereits eine Landtagssitzung mitverfolgt zu haben, davon waren allerdings nur 21 Prozent direkt im Landtag. 40 Prozent sahen Sitzungen im Fernsehen, 25 Prozent im Internet. Nur 28 Prozent der Befragten fühlen sich über den Landtag gut oder sehr gut informiert, das sind nur drei Prozent mehr als noch vor zehn Jahren. Für 73 Prozent der Befragten ist es wichtig, dass nicht nur Berufspolitiker im Landtag sitzen. Der Vorarlberger Landtag besteht fast nur aus Mandataren, die weiterhin ihren Brotberuf ausüben. VN-mip