Ostereier im Schnee

Vorarlberg / 30.03.2018 • 18:27 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Emma und Michael vom Kristahof in Tschagguns lassen ihre Lämmchen nicht im Regen stehen. O. Lerch
Emma und Michael vom Kristahof in Tschagguns lassen ihre Lämmchen nicht im Regen stehen. O. Lerch

Das Feiertagswetter ist nicht unbedingt das Gelbe vom Ei.

Geraldine Reiner

Schwarzach Ach, du dickes Ei! Das Wetter am langen Osterwochenende geht vermutlich nicht nur dem Osterhasen auf die Eier. Vielerorts werden die Osternester nass, mitunter muss man sie sogar im Schnee suchen. Erst ab Montag weht voraussichtlich wieder ein Hauch von Frühling ins Land.

Dickes Fell

Bereits der heutige Samstag ist wettertechnisch nicht unbedingt das Gelbe vom Ei. Von dichten Wolken über Regen und Schnee hat Petrus so ziemlich alles zu bieten – nur nicht das, was man sich von Ostern im Allgemeinen erhofft. Die Temperaturen schaffen es wohl nicht über die 8-Grad-Marke hinaus. Ein dickes Fell braucht man insbesondere in den Bergen. „Die Schneefallgrenze sinkt stellenweise auf 700 bis 1000 Meter. Je nach Region sind zwischen zehn und 20 Zentimeter Neuschnee möglich“, prognostiziert Georg Erlacher von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Innsbruck vor allem ab dem Mittag erhebliche Niederschlagsmengen. Auch am Sonntag kann sich der Osterhase nicht ins warme Nest setzen. In höheren Lagen bläst ihm zusätzlich ein stürmischer Wind um die Ohren. Der Arlberg und der hintere Bregenzerwald liegen laut Erlacher bis in den Nachmittag hinein im Nebel oder unter einer dicken Wolkendecke, zwischendurch sind auch spätwinterliche bzw. aprilhafte Schauer möglich. Etwas mehr Lichtblicke erwartet der Wetterexperte über dem Bodensee oder dem Walgau: „Da kann es am Nachmittag teilweise aufreißen. Mit 6 bis 10 Grad bleibt es aber recht kühl.“ 

Frühlingsgefühle

Die Aussichten für die neue Woche lassen allerdings hoffen: „Am Montag wird es zwar nicht wolkenlos, aber deutlich freundlicher“, erläutert der ZAMG-Meteorologe. Auch mit den Temperaturen geht es wieder nach oben. Am Ostermontag soll die Quecksilbersäule auf 13 bis 16 Grad klettern. Ein Frühlingstag wie aus dem Ei gepellt kündigt sich dann am Dienstag an. Der Föhn heizt Vorarlberg auf 15 bis 20 Grad auf. „Von Mittwoch auf Donnerstag wird es dann wieder ein bisschen unbeständiger“, sagt Erlacher, verspricht aber durchaus mehr Frühlingsgefühl als an Ostern.

Das ist auch bitter nötig, immerhin liegt hinter uns ein äußerst trüber und kühler März. „Die Sonnenscheindauer lag um 20 Prozent und die Temperatur um etwa 1,3 Grad unter dem langjährigen Mittel“, fasst ZAMG-Klimatologe Alexander Orlik die ersten Auswertungen zusammen. Ungewöhnlich waren demnach auch die vielen Eistage. In Bregenz etwa blieb die Temperatur an zwei Tagen den ganzen Tag ­unter 0 Grad. Zum Vergleich: In einem durchschnittlichen März gibt es in der Landeshauptstadt
0,3 Eistage.

„Je nach Region sind zwischen zehn und 20 Zentimeter Neuschnee möglich.“