Weniger Geld für Walgaukaserne

Vorarlberg / 30.03.2018 • 21:27 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Für die Walgaukaserne und das Kommandogebäude sind 390.000 Euro für Instandhaltungsarbeiten geplant. Größere Baumaßnahmen sind keine vorgesehen. VN
Für die Walgaukaserne und das Kommandogebäude sind 390.000 Euro für Instandhaltungsarbeiten geplant. Größere Baumaßnahmen sind keine vorgesehen. VN

Wann und ob versprochene 3,5 Millionen für größere Baumaßnahmen fließen, ist offen.

Wien Offiziere müssen in Krisensituationen überlegt handeln. „Dafür sind wir ausgebildet“, sagt der Vorarlberger Militärkommandant Ernst Konzett. Die Budgetzahlen würden zwar noch keine Krise auslösen, „alles wird aber nicht mehr möglich sein“, meint er. Gleichzeitig gelte es, die Soldaten trotz des einen oder anderen Mangels motiviert zu halten. Der Kommandant ist darin bereits geübt. Er hat gelernt, mit Mangelwirtschaft umzugehen. Versprechungen sehe er immer skeptisch, sagt Konzett.

In den vergangenen zwei Jahren wurde dem Bundesheer in Vorarlberg einiges in Aussicht gestellt. Zum einen sollte das Jägerbataillon 23 in Bludesch um eine Kompanie aufgestockt werden, zum anderen wurden bis 2020 vier Millionen Euro für Baumaßnahmen in der Walgaukaserne und beim Bregenzer Kommandogebäude versprochen.

Warten auf Details

Diese vier Millionen sind mittlerweile auf 500.000 Euro geschrumpft. 110.000 davon flossen bereits 2017. 390.000 bleiben für 2018 und 2019, wie Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) im VN-Interview am Dienstag sagte. Abgesehen von Instandhaltungsarbeiten seien weder in Bludesch noch in Bregenz größere Baumaßnahmen vorgesehen. Detailinfos fehlen. Auch Konzett muss warten. Ob die Investitionen von 3,5 Millionen Euro, die 2019 bis 2020 in die Walgaukaserne fließen hätten sollen, aufgeschoben oder gar gestrichen werden, ist nicht bekannt. Ursprünglich waren diese etwa für den Bau einer Indoor-Schießanlage, einiger Zweibettzimmer und zusätzlicher Mannschaftsduschen vorgesehen. 

Während der Minister bei den Baumaßnahmen „priorisiert“, will er an der gestarteten Personaloffensive festhalten. Auch am Ausbau des Vorarlberger Jägerbataillons werde nicht gerüttelt, meint der Militärkommandant: „Bis Ende des Jahres sind wir bestrebt, die zweite noch fehlende Jägerkompanie aufzubauen.“ Den Beginn soll ein Jägerzug aus einem Kommandanten, einem Stellvertreter und vier Unteroffizieren machen. 

Bessere Voraussetzung für Kader

Dass es beim Personal noch Luft nach oben gibt, verschweigt Konzett nicht. Allerdings ist er optimistisch. So würden bereits mehr Vorarlberger in Vorarlberg den Grundwehrdienst machen: „Die Kontingente sind aufgestockt, was die Möglichkeiten zur Kadergewinnung verbessert.“ Das sei ein Schlüsselfaktor, hänge doch der Ausbau des Jägerbataillons von der Anzahl des Kaderpersonals ab. Bei der anstehenden Ausmusterung an der Heeresunteroffiziersakademie erwartet Konzett zehn neue, junge Unteroffiziere.

Mehr Geld als budgetiert wird das Militär dennoch brauchen. Unter anderem werde es in Sachen Luftraumüberwachung sicher von Sonderinvestitionspaketen abhängig sein, meint der Kommandant. Die für Vorarlberg versprochenen 390.000 Euro würden die notwendigen Sanierungen aber abdecken.

Worauf Konzett sehnsüchtigst wartet, sind fünf gepanzerte Mehrzweckfahrzeuge. Ihre Beschaffung sei zugesagt und im Laufen. „Sie wären die einzigen gepanzerten Fahrzeuge in Vorarlberg, für den Einsatz im Gebirge und im urbanen Raum geeignet und in bestimmten Lagen eine wichtige Unterstützung für die Polizei.“ Derzeit hält das Bataillon 30 bis 40 Jahre alte geländegängige Puch G und Pinzgauer. Diese würden von der Werkstätte gehegt und gepflegt. „Wir müssen sie bis zum Zulauf von moderneren Fahrzeugen über die Runden bringen, um die Mobilität bei Einsätzen sicherzustellen“, sagt der Kommandant. Einige Fahrzeuge seien schon ausgeschieden. Langsam gehörten weitere durch neue ersetzt.

Ebenso fehle es an moderner Schutzausrüstung für die Soldaten, also an Stichschutzwesten und kugelsicheren Westen. Auch wären mehr Nachtsichtgeräte notwendig. Glaubt man dem Verteidigungsminister, wird es daran aber nicht scheitern. „Kleinere, dringendere Angelegenheiten können die Kommandanten auf kurzem Dienstweg melden“, sagte er in den VN. „Das wird dann sofort erledigt.“

„Wir warten sehnsüchtigst auf die zugesagten fünf gepanzerten Mehrzweckfahrzeuge.“