Lange Haftstrafen für junges Ehepaar

Vorarlberg / 18.04.2018 • 18:23 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Heroin wurde 31-jährigem Unterländer und seiner 26 Jahre alten Frau zum Verhängnis.

Feldkirch Es ist ein außergewöhnlicher Prozess. „Ansonsten schiebt einer dem anderen die Schuld zu. Diese beiden aber nicht, im Gegenteil, sie haben sogar geheiratet“, plädiert Verteidiger Klaus Amann für eine milde Strafe. Der 31-Jährige hat neun Vorstrafen. Angefangen hat der „Absturz“ laut Verteidiger mit einem schweren Unfall. Damals war der Bursche 16 Jahre alt.

Zwei Jahre lang stand im Raum, ob man nicht den Unterschenkel amputieren muss. Auch wenn das Bein gerettet wurde, die Schmerzen blieben und die Medikamente wirkten laut Angeklagtem kaum. „Ich hab zu kiffen begonnen, kam zu härteren Drogen, Hauptsache ich war die Schmerzen los“, erzählt der 31-Jährige.

Erfolgreiche Therapie

Dabei hat der Unterländer eine Therapie erfolgreich absolviert, sogar ein Jahr freiwillig weitergemacht. Doch dann stürzte er aufgrund von familiären Problemen wieder in die Sucht ab. Seine damalige Freundin ist aufgrund einer schweren Krankheit mit 26 Jahren Frühpensionistin, zumindest vorerst befristet. „Ich sah, wie er durch die Drogen alle Sorgen vergaß und wollte das auch“, erzählt sie.

Die beiden kauften in St. Gallen bei einem Albaner. Insgesamt brachten sie 600 Gramm nach Vorarlberg. Durch Verkauf finanzierten sie ihre Sucht. Vom Albaner gibt es zwar Fotos, erwischt hat man ihn nicht.

Per Zug befördert

Geschnappt hat man die beiden nach einer Zeit der Observation am Bahnhof Bregenz-Riedenburg. Sie fuhren nach St. Gallen und schmuggelten das Heroin im Zug nach Hause.

Therapie statt Strafe funktioniert bei derart großen Mengen nicht mehr. Somit muss der junge Mann für insgesamt fünf Jahre und drei Monate hinter Gitter, seine Ehefrau für zwei Jahre und acht Monate. Beide akzeptieren die Entscheidung und auch die Anklagebehörde stimmt zu. EC