Hier blühten die Geschäfte

24.04.2018 • 20:41 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In diesem Haus hoben die Polizisten eine Indoor-Plantage mit 450 Hanfpflanzen aus. Vol.at/Madlener
In diesem Haus hoben die Polizisten eine Indoor-Plantage mit 450 Hanfpflanzen aus. Vol.at/Madlener

Hausdurchsuchung in Lustenau bescherte der Polizei einen berauschenden Erfolg.

Lustenau Die „Erntehelfer“ der Polizei hatten in Lustenau alle Hände voll zu: Wie die Landespolizeidirektion am Dienstag bekannt gab, fanden die Beamten in einem Mehrfamilienhaus eine professionelle Indoor-Plantage mit 450 Hanfpflanzen in unterschiedlichen Wachstumsstadien.

Verdächtiger Geruch

Der Hanfbauer, ein 37-jähriger Lustenauer, war am Montag nach einem Hinweis aus der Bevölkerung in den Fokus der Polizei geraten (die VN berichteten). Bei einem Lokalaugenschein stieg auch den Polizisten ein verdächtiger Geruch in die Nase. Weil der Mann, der durch das Fenster beobachtet wurde, nicht auf die Zurufe und das Klopfen reagierte, verschafften sich die Beamten Zutritt zur Wohnung. Dabei stießen sie auf mehrere Cannabis-Zelte. Da noch weitere Türen verschlossen waren und der Bewohner noch immer nicht auf Zurufe reagierte, forderte das Team der Exekutive das Einsatzkommando Cobra zur Unterstützung an. Erst nachdem die polizeiliche Sondereinheit vor dem Haus Stellung bezogen hatte und der Mann erneut zum Verlassen des Hauses aufgefordert wurde, begab sich dieser in den Eingangsbereich und konnte dort unter Anwendung von Körperkraft festgenommen werden, schildert die Polizei am Dienstag in einer Aussendung. Bei der Hausdurchsuchung wurden neben den berauschenden Gewächsen auch sieben Cannabis-Zelte bzw. Indoor-Anlagen sowie ein als Taschenlampe getarnter Elektroschocker sichergestellt. An dem Einsatz waren 22 Polizeikräfte beteiligt. 

Trockenraum

Die Pflanzen wurden von den Polizisten noch am Montag teilweise abgeerntet und allesamt mit dem Lkw zur Landespolizeidirektion nach Bregenz transportiert, erläutert Polizeisprecher Horst Spitzhofer. Dort wird die „fette Beute“ zunächst in einem Kellerraum, der mit Lüftung und Heizung ausgestattet ist, getrocknet. Anschließend nimmt der Kriminalpolizeiliche Untersuchungsdienst des Landeskriminalamts eine Probe und schickt diese zur Untersuchung des THC-Gehalts ins Bundeskriminalamt nach Wien. „Die Höhe des THC-Gehalts hat auch eine Auswirkung im Strafverfahren“, führt der Polizeisprecher aus.

Der Beschuldigte wird bei der Staatsanwaltschaft Feldkirch angezeigt. Wie lange die Geschäfte in dem Haus bereits blühten, ist laut Polizei noch Gegenstand der Ermittlungen. VN-ger