Im Rellstal geht es ins Finale

01.05.2018 • 18:42 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bei der Ausformung des Beckens und der Gestaltung der Uferbereiche wurde auf eine naturnahe Ausführung Wert gelegt. illwerke
Bei der Ausformung des Beckens und der Gestaltung der Uferbereiche wurde auf eine naturnahe Ausführung Wert gelegt. illwerke

Pumpspeicherkraftwerk ist bereits am Netz. Erdverkabelung wird heuer verlegt.

Vandans Nach dem Probebetrieb im Frühjahr des Vorjahres ist das Rellswerk der Illwerke VKW inzwischen seit gut einem halben Jahr am Netz. „Die Inbetriebnahme hat gut funktioniert. Wie üblich gab es am Anfang die eine oder andere Meldung. Das war aber mit ein Grund, warum wir vom ursprünglichen Plan, das Kraftwerk im Dezember 2016 in Betrieb zu nehmen, abgewichen sind“, sagt Projektleiter Florian Sollerer.

Verlängerung nötig

Für heuer stehen nun die letzten Arbeiten auf der Agenda, weshalb beim Land um die Verlängerung der im UVP-Genehmigungsbescheid festgelegten Bauvollendungsfrist angesucht wurde. Diesem Ansuchen wurde zwischenzeitlich zugestimmt. „Der ursprünglich gesteckte Zeitplan war sehr sportlich“, begründet Sollerer die leichte zeitliche Verzögerung des Millionenprojekts. „Was die finalen Arbeiten anbelangt, handelt es sich um Ausgleichsmaßnahmen, die im Zuge des Kraftwerksbaus zugesagt wurden“, führt der junge Projektleiter aus. Konkret kommt es dabei zur Verlegung einer rund sechs Kilometer langen Erdverkabelung und dem damit einhergehenden Abbau der bestehenden Freileitung. „Aktuell läuft die Detailplanung“, informiert der Diplomingenieur auf VN-Anfrage, dass man derzeit damit beschäftigt ist, die Trassenführung mit den verantwortlichen Behörden abzustimmen.

38-Millionen-Projekt

Im Zuge der Errichtung des Rellswerks waren die ersten 1,9 Kilometer bereits im Vorjahr verlegt worden. „Die noch ausständigen rund 4,1 Kilometer Erdkabel werden heuer verlegt“, so Sollerer. Sobald im Rellstal kein Schnee mehr liegt und es die Witterungsverhältnisse zulassen, soll mit den Arbeiten begonnen werden. Einschließlich der abschließenden Begrünungsarbeiten soll das insgesamt rund 38 Millionen Euro teure Bauprojekt im Herbst dieses Jahres endgültig abgeschlossen sein.

Drei Jahre Bauzeit

Mit dem Bau des Rellswerks war im Sommer 2014 gestartet worden. Ende 2016 war der Kraftwerksbau abgeschlossen. Mit der Inbetriebnahme des Pumpspeicherkraftwerks erhöht sich der Zufluss zum Lünersee um rund 17 Millionen Kubikmeter pro Jahr. Das Wasser wird in einem rund 44.000 Kubikmeter fassenden Ausgleichsbecken zwischengespeichert und über eine unterirdische Druckrohrleitung weiter in den See gepumpt. Die Ausformung des Beckens sowie die Gestaltung der Uferbereiche erfolgte naturnah. Damit kann die Gefällstufe des Rellsbachs von der Rellskapelle Mariahilf bis auf Höhe Latschau genutzt werden. Durch die Nutzung des Wassers ab der rund 450 Meter höher gelegenen Rellskapelle erhöht sich die Erzeugung von hochwertiger Spitzen- und Regelenergie im Lünerseewerk beträchtlich. Die maximale Leistungsaufnahme im Pumpbetrieb beträgt 15 Megawatt. VN-JS

„Die noch ausständigen rund 4,1 Kilometer Erdkabel werden heuer verlegt.“