„Jeder Mensch hat ein Recht auf Arbeit“

Vorarlberg / 01.05.2018 • 17:09 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Konnten rund 180 Interessierte begrüßen: Aqua-Geschäftsführer Florian Kresser (l.) mit Prokuristin Kerstin Mündle, Nehir Erdogan und Moderatorin Ursula Kremmel. Aqua
Konnten rund 180 Interessierte begrüßen: Aqua-Geschäftsführer Florian Kresser (l.) mit Prokuristin Kerstin Mündle, Nehir Erdogan und Moderatorin Ursula Kremmel. Aqua

Strukturelle Arbeitslosigkeit Thema beim Aqua Forum.

Frastanz Die Zukunft des Arbeitsmarktes stand im Mittelpunkt des 13. Aqua Forums, zu dem die Aqua Mühle nach Frastanz geladen hatte. Vorträge zum Konzept struktureller Arbeitslosigkeit und zum Thema Arbeit 4.0 machten die arbeitsmarktpolitischen Herausforderungen deutlich. Rund 180 Interessierte waren gekommen. Am Beispiel Herzogsägmühle in Oberbayern stellte Hauptreferent Wilfried Knorr als deren Direktor die Gemeinwohlökonomie vor. Die Idee: den finanziellen Erfolg eines Unternehmens um den ethischen Erfolg zu einer Gemeinwohlbilanz zu ergänzen. Dahinter steckt der Gedanke, dass Geld „nicht Zweck, sondern Mittel zum Zweck ist“. Knorr versteht die Gemeinwohlökonomie als Chance, das soziale Netz zu stabilisieren, denn Unternehmen des ersten Arbeitsmarktes würden durch sie Anreize erhalten, Menschen mit sogenannten multiplen Vermittlungshemmnissen in ethisch-moralischer Firmenverantwortung einzustellen. Im Vortrag „Strukturelle Arbeitslosigkeit: Gibt es eine von der Konjunktur unabhängige Arbeitslosigkeit?“ stellte Michael Diettrich, Obmann der Armutskonferenz, die These in Frage, dass „strukturelle Arbeitslosigkeit“ nicht mit Beschäftigungspolitik, sondern nur mit Strukturveränderungen bekämpft werden könne.

In der Podiumsdiskussion wies Benedicte Hämmerle, Verbandsprecherin des Netzwerks Soziale Unternehmen, auf die negativen Konsequenzen der AMS-Kürzungen für die Sozialen Unternehmen und den Arbeitsmarkt insgesamt hin. Die Sozialen Unternehmen sieht sie als Innovationstreiber, die als Sozialökonomische Betriebe das derzeit einzige und bewährte Modell zur Senkung der Langzeitarbeitslosigkeit bieten. „Wenn das gekürzt wird, haben wir keine Alternativen“, so Hämmerle. Bernhard Bereuter, Landesgeschäftsführer AMS Vorarlberg, zeigte Strategien auf, um mit den Kürzungen umzugehen. Florian Kresser, Aqua-Geschäftsführer, machte den Spagat zwischen Wirtschaftlichkeit und sozialem Auftrag am zweiten Arbeitsmarkt deutlich und auf die „Schubladisierung“ aufmerksam: „Schon in Begrifflichkeit und der Verallgemeinerung auf die Gruppe ,der Langzeitarbeitslosen‘ liegt eine Stigmatisierung, die es zu vermeiden gilt. Wir müssen die Möglichkeit haben, mit und für individuelle Menschen individuelle Möglichkeiten zu finden.“ Fazit des Forums: Jeder Mensch hat ein Recht auf Arbeit und soll einen Platz haben.