Kühles Wetter hilft gegen Feuerbrand

Vorarlberg / 02.05.2018 • 16:41 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

In fünf Obstbaubetrieben wurde in den Hitzetagen Streptomycin verwendet.

Bregenz Wäre es doch bloß auch vergangene Woche so kühl gewesen. Das denken sich nicht nur der Obstbaureferent der Landwirtschaftskammer, Ulrich Höfert, sondern auch die Obstbauern im Land. Immerhin: Alles, was jetzt ins Blühen kommt, hat beste Chancen, von der Pflanzenbakterienseuche Feuerbrand verschont zu bleiben.

„Dies betrifft vor allem junge Bäume, deren Blüte später stattfindet“, erklärt Höfert. Noch sind dem Experten keine Meldungen über Feuerbrandsymptome zugetragen worden. Dass sich das aufgrund der leider perfekten Infektionsbedingungen zur Zeit der Hochblüte noch ändern wird, davon ist auszugehen. „Es gilt jetzt einfach abzuwarten“, weiß Höfert. Einige Indizien dafür, dass es vielleicht doch nicht so schlimm kommt, wie erwartet, gibt es allerdings.

„Der Bienenflug war zur Zeit der Blüte nicht so ausgeprägt wie erwartet. Wir hatten zudem schon länger keine dramatische Feuerbrandsituation mehr. Ich denke, es ist vorsichtiger Optimismus angesagt.“ Bedenklich ist allerdings: Seit 2007, dem fatalen Feuerbrandjahr, waren die Infektionsbedingungen nicht mehr so ausgeprägt wie heuer. Weitere Blütenproben wurden nach den anfänglichen Testungen nicht mehr gezogen. Dafür brachte Höfert die aktuellen Ergebnisse solcher Proben aus Deutschland und der Schweiz in Erfahrung. „Es gab einige negative Ausreißer bezüglich Bakterienbefall, aber im Durchschnitt fielen die Proben erträglich aus.“

Blütenproben hin, Prognosen her: In fünf gewerblichen Obstbaubetrieben im Rheintal kam es zur Anwendung des umstrittenen Antibiotikums Streptomycin. „Es betraf eine Fläche von insgesamt 35 Hektar“, berichtet Ulrich Höfert. Hauptsächlich davon betroffen sind Birnbäume mit Williams- und Subirerfrüchten. VN-HK