Hand in Hand für ein Naturjuwel

03.05.2018 • 17:33 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Walter Niederer findet im kleinen Tümpel seltene Molche.VN/Hämmerle
Walter Niederer findet im kleinen Tümpel seltene Molche.VN/Hämmerle

Gaißau Wenn sich zwei Landesräte, ein Bürgermeister und ein ausgewiesener Naturexperte vor einem größeren und einem kleinen Tümpel unter freiem Himmel versammeln, dann handelt es sich um einen besonderen Platz. In Gaißau, unweit des Jachthafens Wetterwinkel, ist ein solch besonderer Platz. Es kommen dort im größeren Tümpel seltene Fischarten wie der Bitterling oder die Kaurausche vor, im kleinen Wasserloch Amphibien wie der Fadenmolch, die Gelbbauchunke und der Kammmolch sowie nicht alltägliche Insekten wie die sibirische Winterlibelle oder der Schmalbindige Breitflügel-Tauchkäfer.

Interregprojekt

„Biodiversität“ nennt es Umweltlandesrat Johannes Rauch. Und die sei in dieser gelungenen Ausformung nur möglich, „wenn es grenzüberschreitende Kooperationen zwischen Gemeinden, Wasserwirtschaft, Fischerei und Naturschutz gibt. Es geht darum, wertvolle Lebensräume zu schützen und sie in gutem Zustand zu halten“. Ins selbe Horn stieß auch Neo-Landesrat Christian Gantner, in dessen Kompetenzbereich auch die in das Interregprojekt miteingebundene Wasserwirtschaft fällt. „Bei solchen Sachen gibt es auch keine Parteipolitik“, beteuerte Gantner.

Stichwort Interreg: Das mit 210.000 Euro dotierte Kleingewässerschutzprojekt wird zu 60 Prozent aus EU Geldern finanziert, 32.000 Euro kommen aus dem Ressort von Landesrat Rauch, 16.400 aus jenem des Kollegen Gantner, während die Gemeinde Gaißau 6400 Euro beisteuert. Für die Gemeinde Gaißau bildet die Vitalisierung der Geländestreifen an der Rheinstraße Richtung Rheinholz den Abschluss der Renaturierung des Alten Rheins. „Man kann auch sagen, es ist ein Herzstück“, drückt Bürgermeister Reinhold Eberle seine Freude über das Geschaffene aus. Eberle ist auch Obmann des Naturschutzvereins Rheindelta, dessen Geschäftsführer Walter Niederer die Eingriffe in die Kulturlandschaft leitet und betreut.

Gerade hat er einen Fadenmolch in einem Glas dingfest gemacht und zeigt ihn stolz den anwesenden Gästen. Dass sich im Fischteich gleichzeitig ein Graureiher zeigt, ist für ihn der Beweis für die ökologische Qualität der Gewässer. „Der wäre sonst nicht hier, gäbe es keine Fische.“ VN-HK