Bitschi führt FPÖ in die Wahl

04.05.2018 • 19:55 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bitschi klettert die Karriereleiter rasch nach oben. VN/Steurer
Bitschi klettert die Karriereleiter rasch nach oben. VN/Steurer

27-Jähriger wird neuer Landesparteivorsitzender und Spitzenkandidat.

Dornbirn Die FPÖ hat den Landtagswahlkampf eröffnet. Am Freitag präsentierten die Vorarlberger Freiheitlichen ihren Spitzenkandidaten für 2019. Der Brandner Christof Bitschi wird die größte Oppositionspartei anführen, ab dem
8. Juni auch offiziell. Dann wird Bitschi auf dem Parteitag in Nenzing zum neuen FPÖ-Chef gewählt. Klubobmann bleibt vorerst Daniel Allgäuer. Nationalratsabgeordneter Reinhard Bösch tritt in die zweite Reihe zurück und wird Stellvertreter. Bösch ist 61 Jahre alt, Bitschi erst 27. Er sitzt seit 2014 im Landtag und galt schon seit Längerem als heißester Kandidat für die Nachfolge, die VN berichteten mehrfach.

Rückblick, 1. Juli 2016: Langzeitobmann Dieter Egger übergab sein Amt an Reinhard Bösch. Egger führte seit 2003 die Partei, da besuchte Bitschi gerade die zweite Klasse der Musikhauptschule Thüringen, von einer politischen Funktion war er noch weit entfernt. Eggers Nachfolger Bösch zog 1989 erstmals in den Landtag ein, da war Bitschi noch nicht einmal auf der Welt. Bösch war also nicht gerade ein Zeichen für die Zukunft, er brachte sich dennoch gerne selbst ins Gespräch, Fragen dazu verneinte er nicht. Wäre er in den Landtag gewählt worden, hätte er allerdings sein Nationalratsmandat aufgeben müssen. Nun bleibt er in Wien, Bitschi übernimmt.

Ortsparteiobmann mit 19

Christof Bitschi stammt aus einer politischen Familie. Vater Martin war bis 2015 Gemeindevertreter, Sohn Christof wurde bereits 2010 Ortsparteiobmann der FPÖ. 2013 übernahm er den Ring Freiheitlicher Jugend Vorarlberg. Nebenher betreibt Christof Bitschi zusammen mit seinem Vater seit Kurzem ein kleines Unternehmen. „Ich habe lange überlegen müssen, ob ich das Amt übernehme“, gesteht Bitschi. „Die größten Diskussionen gab es mit meinem Vater wegen der Firma.“ Bitschi ist in Brand verwurzelt, Mitglied der Trachtenkapelle mit einem Faible für den Tourismus.

Die Weichen wurden schon vor einiger Zeit gestellt. 2016 wurde er Obmannstellvertreter, kurz darauf übernahm er die Integrationsagenden. Während ihn seine Parteikollegen über den Klee loben, äußern sich die Mitbewerber kritisch. ÖVP-Klubobmann Roland Frühstück betont: „Mit Daniel Allgäuer gibt es in Sachfragen eine intakte Gesprächsbasis. Ich hoffe, dass Christof Bitschi diesen Kurs beibehalten wird. Fundamentalopposition sollte keine Option sein.“ Der grüne Klubobmann Adi Gross ist überzeugt: „Das bedeutet, dass sich Vorarlbergs FPÖ weiter nach rechts bewegt.“ Er hoffe auf ein Miteinander. „Bisher hat sich Christof Bitschi im Landtag vor allem als Provokateur hervorgetan.“ Neos-Fraktionssprecherin Sabine Scheffknecht stellt fest: „Mit ihm gibt es zwar ein neues, junges Gesicht, aber immer noch die Ideen von vorgestern.“ Der Wahlkampf kann beginnen.

Zur Person

Christof Bitschi

ist designierter FPÖ-Landesparteivorsitzender

Geboren 11. April 1991 in Bludenz

Wohnort Brand

Laufbahn seit 2010 FPÖ-Ortsparteiobmann Brand, seit 2013 RFJ-Vorarlberg-Chef, seit 2014 Landtagsabgeordneter

Ausbildung seit 2011 Studium Bau- und Umweltingenieurwissenschaften