Von einer schicksalhaften Begegnung zum Superstar

04.05.2018 • 16:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Hans Donner wanderte als junger Hippie nach Brasilien aus. Farmbauer
Hans Donner wanderte als junger Hippie nach Brasilien aus. Farmbauer

Hans Donner, Designer aus Bregenz, hat in Brasilien Karriere gemacht.

Rio de janeiro Nach jeder Partie der brasilianischen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Schweden 1958, die sie live via Eurovision im Fernsehen sahen, spielten Hans und sein Bruder Hareeeald Donner im Hinterhof in Bregenz Pelé und Gilmar. Als Pelé an der Brust des Torhüters weinte, nachdem Brasilien die WM gewonnen hatte, identifizierte sich Hans Donner mit diesem, ohne davon zu träumen, je Portugiesisch zu sprechen oder Pelé kennenzulernen. Er traf ihn später in New York und sagte zu ihm: „Ich habe dich weinen sehen, als du 17 warst.“ 

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Viele solcher Begegnungen haben das Leben Donners in Brasilien bestimmt und ihn zu dem Superstar gemacht, der er, der in Wuppertal geboren wurde und mit zwei Jahren an den Bodensee kam, hier ist. Jahrzehntelang ist Hans Donner (69) für das Design des wichtigsten Fernsehsenders Brasiliens und eines der größten der Welt zuständig gewesen.

In den vergangenen Jahren hat sich der in Bregenz Aufgewachsene vermehrt eigenen Projekten gewidmet, „eigenen Schüben“, wie er beim Gespräch in seinem Büro bei TV Globo in Rio de Janeiro sagt. Er hat Möbel und Uhren entworfen, eine Lounge im Sambodrom. Eine neue Zeit(messung), eine neue, positive brasilianische Fahne entwickelt, auf der außer Ordnung und Fortschritt auch Liebe steht und der Bogen ansteigt. Diese projizierte der Designpionier jüngst auf die Christusstatue, das Wahrzeichen Rios, was die Ausmaße des Projekts und Donners Bedeutung zeigt. Mit 25 Jahren ist Hans Donner als Hippie mit Touristenvisum und ohne Portugiesischkenntnisse nach Rio gekommen. Und, nachdem er 20 Tage nur gelobt worden war, aber auch nur Absagen bekommen hatte, in einem Aufzug schließlich denjenigen kennenlernte, der ihm bei TV Globo die Türen geöffnet hat. Auf einer Serviette entwarf der Österreicher beim Rückflug von Rio damals das neue Logo des Senders. Über eine deutschsprachige Designzeitschrift war Hans Donner damals als junger Student auf Brasilien aufmerksam geworden. „Spinnst du, was machst du da unten mit deinem Talent?“, hatte man ihn in Wien gefragt.

Donner war hier „am perfekten Platz“. Er hat in Rio seine „absolute berufliche Verwirklichung“ gefunden, familiäres Glück, Reichtum und Prominenz. Er heiratete Valéria Valenssa, die lange Zeit die Carnavalsfigur von TV Globo war und als schönste Frau Brasiliens galt, mit der er heute zwei Söhne hat, besitzt ein Haus in den Bergen und eines am Meer.

Erinnerungen an Bregenz

Auf die Frage, was immer noch österreichisch sei, antwortet Designer Hans Donner: „Das klare, sachliche, am Bauhaus orientierte Design“, das ist der Stil, den er aus Wien mitgebracht und mit Formen und Farben der Tropen verbunden hat. Und die Erinnerungen an seine Kindheit und seine Jugend mit
seinem Bruder Harald im „österreichischen Paradies“ am Bodensee. M. Farmbauer

Vor Kurzem hat der Designer eine neue brasilianische Fahne entworfen. Der Entwurf wurde auf die Christusstatue projiziert. Riccardo Giovanni
Vor Kurzem hat der Designer eine neue brasilianische Fahne entworfen. Der Entwurf wurde auf die Christusstatue projiziert. Riccardo Giovanni