Helferin in der Not

11.05.2018 • 16:01 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Doris Müller unterstützt Mamas und Kinder in Krisensituationen. VN/mef

Doris Müller unterstützt Mamas und Kinder in Krisensituationen. VN/mef

Doris Müller leitet das „Haus Mutter und Kind“ in Feldkirch.

Feldkirch Von Kleinkindern gemalte Bilder und jede Menge Fotos zieren die Wände und Türen im Büro von Doris Müller. Die Oberländerin hat zwar selbst keine Kinder, dennoch dürfte am Muttertag noch einiges an Gebasteltem dazukommen. Sie ist nämlich die Leiterin im „Haus Mutter und Kind“ in Feldkirch, wo in Not geratene Kleinfamilien Nähe und Geborgenheit erfahren.

Das „Haus Mutter und Kind“, kurz Muki genannt, ist seit vielen Jahren eine wichtige Einrichtung der Caritas für Mütter in Krisensituationen. „Momentan sind neun Kleinfamilien bei uns im Haus. Die Mamas sind zwischen 17 und 42 Jahre alt, das älteste Kind ist elf. Derzeit warten wir auch auf ein Baby“, erzählt Doris Müller.

Sie arbeitet seit fast acht Jahren im Muki und hat vor drei Jahren die Leitung übernommen. „Für mich war immer schon klar, dass ich etwas Soziales tun will“, erzählt die 35-Jährige, die gemeinsam mit zwei jüngeren Schwestern aufgewachsen ist. Der ursprüngliche Plan sei es gewesen, nach der Matura Sozialarbeit zu studieren. Als sie keinen Studienplatz ergattern konnte, entschloss sie sich, in Innsbruck Psychologie zu studieren. Gleich nach der Ausbildung begann sie im Muki zu arbeiten.

Doris Müller kümmert sich gemeinsam mit 13 Mitarbeitern um Mamas und Kinder, die keine Wohnung haben und in finanziellen Schwierigkeiten stecken oder mit familiären Problemen zu kämpfen haben. „Dabei haben wir es mit immer komplexeren Problemlagen zu tun“, berichtet die Muki-Leiterin. Ziel ist, die Mütter dabei zu unterstützen, dass sie wieder auf eigenen Beinen stehen können.

Schicksalsschläge und Erfolge

In ihrem Arbeitsalltag hat Doris Müller mit vielen schweren Schicksalsschlägen zu tun. Trotzdem ist die Oberländerin positiv gestimmt. „Es ist immer wieder schön, wenn ehemalige Klientinnen erzählen, wie gut es ihnen geht.“ Allerdings gibt es auch Fälle, die ihr große Sorgen bereitet haben. „Besonders nah ist mir eine Situation mit einem Frühchen gegangen. Die Mama hat das Muki bei extremer Hitze verlassen und war nicht mehr erreichbar.“ Wichtig ist für sie bei dem mental anstregenden Job der Ausgleich in der Natur. Um abzuschalten, geht die 35-Jährige gerne Radfahren, Skifahren, spazieren oder übt Musikstücke auf ihrer Querflöte.

Nun naht der Muttertag. In Zeiten der Krise ist vielen Frauen zwar nicht nach Feiern zumute. Im Muki wird es dennoch ein Muttertagsabendessen und kleine Geschenke geben. „Mütter leisten viel für die Gesellschaft, das man nicht sieht“, sagt Doris Müller. Der Muttertag ist ein Tag der Wertschätzung für starke Frauen. Auch wenn die Zeit für die Bewohnerinnen nicht leicht ist: Sie versuchen, trotz aller Widrigkeiten nicht aufzugeben und ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Doris Müller hilft dabei, wo es nur geht. VN-mef

Doris Müller . VN/mef
Doris Müller . VN/mef

Zur Person

Doris Müller
und ihr Team betreuen im Muki in Feldkirch Mütter mit Kindern in Not.

Geboren 10. Oktober 1982

Ausbildung Psychologie-Diplomstudium in Innsbruck

Beruf Leiterin des Hauses Mutter und Kind der Caritas in Feldkirch

Hobbys Radfahren, Skifahren, Musizieren

Familie ledig