Berufliche Chance genutzt

13.05.2018 • 16:49 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Katharina Lang hat „ihre Schule“ in Bregenz geprägt.

bregenz Die Schule für Sozialbetreuungsberufe (SOB) wird vor allem mit einem Namen verknüpft: Katharina Lang. Dabei wollte diese einmal wie ihre Großmutter Damenschneiderin werden. „Sie machte mir Kleider für die Puppen und ich durfte ihr dabei helfen.“ Später wollte sie Lehrerin werden. „Der Gedanke gefiel mir, junge Menschen in ihrem beruflichen Weiterkommen zu begleiten.“ So kam es, dass die junge Andelsbucherin sich für das Lehramtsstudium Bekleidungstechnik entschied. Nach dem Studium unterrichtete sie mit Freude an einer HTL für Bekleidungstechnik. Dann kam die Phase der Familiengründung. Lang bekam drei Kinder. Eine mehrjährige berufliche Auszeit folgte. In dieser Zeit engagierte sie sich ehrenamtlich. Sie setzte sich vor allem für die Integration von behinderten Kindern ein. „Wir haben Vorarlbergs erste Spielgruppe mit behinderten Kindern gegründet.“

Eine verschlafene Kleinschule

Ihr Wiedereinstieg in den Beruf erfolgte an der Kathi-Lampert-Schule. „Ich habe für die Studierenden Praxisstellen organisiert.“ Der Schulträger, das Werk der Frohbotschaft, wurde auf die engagierte Frau aufmerksam. „Man fragte mich, ob ich die SOB Bregenz als Leiterin übernehmen wolle.“ Die dreifache Mutter konnte die berufliche Herausforderung bzw. den Fulltime-Job annehmen, weil ihr Mann und ihre Schwester sie unterstützten. „Ich kannte die Schule über eine Familienhelferin, die bei uns ein mehrwöchiges Praktikum gemacht hatte. Von daher hatte ich ein Bild von der Bildungsstätte und davon, was die Absolventen können müssen.“

Als Lang die Schule im Jahr 1997 übernahm, war diese klein. „Wir hatten 38 Studierende und fünf Lehrer.“ Das änderte sich, als die Sozialbetreuungsberufe per Gesetz vereinheitlicht und ein neuer Lehrplan eingeführt wurde. „Jetzt wurden alle Ausbildungen dreijährig. Außerdem konnte man nun jede mit einem Diplomabschluss beenden. Dadurch wurden die Berufe attraktiver.“ In den folgenden Jahren wuchs die Schule rapide. „1998 hatten wir 80 Schüler, 2004 waren es schon 120 Studierende, und seit 2014 haben wir 180.“ Aufgrund der stetig steigenden Schülerzahl kam es 2004 zu einem Neubau der Schule und 2014 zu einer Erweiterung.

Lang ist stolz darauf, dass es gelungen ist, aus der verschlafenen Kleinschule eine Institution zu machen, die vorarlbergweit sichtbar ist. Das sei aber nicht allein ihr Verdienst gewesen: „Das gesamte Schulteam hatte Anteil daran. Doch ich habe die Führung übernommen.“

Als Direktorin sieht sie ihre Hauptarbeit neben der Personalführung in der Schulentwicklung. „Es obliegt mir, die Ausbildung so zu entwickeln, dass die Absolventen der Praxis gewachsen sind.“ Deswegen steht sie auch in ständigem Kontakt mit den künftigen Arbeitgebern, etwa den Altersheimen. Lang ist sich sicher: „Diese Schule hat Zukunft, denn bei uns erhalten Leute, die keine Matura haben, eine gute Ausbildung.“ Außerdem würden diese Berufe gebraucht. „Es braucht Personen, die alte und behinderte Menschen betreuen und Familien entlasten.“ Die Langzeitdirektorin geht nächstes Jahr in Pension, obwohl die Arbeit sie nach wie vor erfüllt. „Ich habe jeden Tag ein gutes Gefühl, wenn ich die Schule betrete.“ Weil sie aber Enkel hat, möchte sie nicht erst mit 65 in Rente gehen. VN-kum 

„Die Schule für Sozial­betreuungsberufe hat Zukunft, denn diese Berufe werden gebraucht.“

Zur Person

Katharina Lang
leitet seit mehr als 20 Jahren die Schule für Sozialbetreuungsberufe in Bregenz.

Geboren 19. August 1956

Wohnort Dornbirn

Familie verheiratet, drei Kinder, fünf Enkel

Hobbys Wandern, Skitouren, Reisen

  VN/kum