„Die Raffgier ist etwas Sinnloses“

13.05.2018 • 16:39 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
„Ich bin gerne im Land, daher mache ich nur wenige Reisen.“VN/Stiplovsek 
„Ich bin gerne im Land, daher mache ich nur wenige Reisen.“VN/Stiplovsek 

Beseelt vom bescheidenen Leben, Seniorenbundobmann und viel Bewegung.

KENNELBACH „Man soll sich auf das Leben konzentrieren und nicht auf Besitztum. Ein Zusammenraffen von immer mehr ist sinnlos. Deshalb lebe ich bescheiden mit wenig Ansprüchen an das Materielle.“ So im Gespräch mit den VN Reinhard Hagspiel (71). Er gehörte seit 1975 der Gemeindevertretung in Kennelbach an, war ab 1985 Gemeinderat und wurde 1995 Bürgermeister von Kennelbach (ÖVP). In den Direktwahlen wurde Hagspiel sowohl im Jahre 2000 mit 83 Prozent als auch 2005 mit 76 Prozent jeweils deutlich bestätigt. Er übergab das Bürgermeisteramt im September 2008 an Hans Bertsch, der bis zu diesem Zeitpunkt Vizebürgermeister von Kennelbach war.

„Heute habe ich noch zwei Funktionen. Einmal als Obmann des Seniorenbundes und als Obmann der Straßengemeinschaft Bächerstraße Kennelbach-Fluh“, erläutert Hagspiel. „Beim Seniorenbund initiiere und koordiniere ich die Aktivitäten für unsere 135 Mitglieder. Jeden Monat gibt es eine gesellige Veranstaltung.“ Die Straßengemeinschaft Bächerstraße wiederum hat es sich zur Aufgabe gemacht, darauf zu achten, dass die Straße intakt bleibt und allfällige Reparaturarbeiten in Angriff genommen werden. Die Straßengemeinschaft umfasst 50 Mitglieder, ist Erhalter der Straße, die im Eigentum von Privatpersonen und der Gemeinde Kennelbach steht.

Holz- und Gartenarbeit

„Da ich schon lange mit Holz heize, gehört die Besorgung des Brennholzes, etwa durch die Aufarbeitung von Schadholz, zu meinen Tätigkeiten als Pensionist. Dazu kommt noch mein Garten, durch den ich beim grünen Salat Selbstversorger bin. Vor einigen Jahren habe ich noch die Baumwärterausbildung gemacht. Seither bin ich auch Mitglied im Landesverband“, erzählt Hagspiel. Auch der Skisport hat es ihm angetan. „Der Höhepunkt ist jedes Jahr die Teilnahme am Weißen Ring in Lech. Zur Vorbereitung muss man schon das ganze Jahr trainieren, dass man da mithalten kann. Dazu geht es mehrmals wöchentlich auf den Pfänder, denn die Bewegung hält auch gesund“, so Hagspiel weiter. Der Weiße Ring ist eines der legendärsten und längsten Skirennen der Welt. Das Rennen geht über 22 Pistenkilometer. Dabei werden insgesamt 5500 Höhenmeter überwunden. Doch es geht nicht immer nur abwärts, sondern mit insgesamt acht Liften auch wieder nach oben.

Alle zwei Monate trifft sich Hagspiel mit den früheren Bürgermeistern der Hofsteiggemeinden, von Bregenz, dem Rheindelta und Lustenau zum Stammtisch.

Reinhard Hagspiel ist gelernter Vermessungstechniker. Er hat diesen Beruf aufgegeben, als er Bürgermeister wurde. „Höhepunkte in meiner Zeit als Bürgermeister waren verschiedene bauliche Investitionen in Kennelbach. Aber das war keine besondere Leistung von mir persönlich, denn die Arbeit hatten die Handwerker und bezahlt haben das die Bürger“, so Hagspiel abschließend, dem auch Kennelbach als Wirtschaftsstandort immer ein besonderes Anliegen war. EE

Zur Person

Reinhard Hagspiel

Geboren 1946 in Kennelbach

Ausbildung Vermessungstechniker

Laufbahn Kraftfahrer, Tätigkeit in einem Vermessungsbüro in Bregenz

Politische Funktionen Gemeindevertreter, Gemeinderat, Bürgermeister von Kennelbach bis September 2008, Obmann des ÖVP-Seniorenbundes in Kennelbach

Familie verheiratet, zwei Kinder, ein Enkel