Gedanken über drittes Pflegeheim

Vorarlberg / 16.05.2018 • 18:10 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

In Dornbirn kann es im stationären Pflegebereich bald eng werden.

Dornbirn Die beiden Dornbirner Pflegeheime Höchsterstraße und Birkenwiese verfügen über insgesamt rund 210 Einzelzimmer. Noch hat die Stadt Kapazitäten frei. Das könnte sich mit der Abschaffung des Pflegeregresses aber bald ändern. Inzwischen wird über den Bau eines dritten städtischen Pflegeheims nachgedacht. Schon demnächst will die Stadt ein bisher für den Pflegebetrieb ungenutztes halbes Stockwerk im 2014 eröffneten Pflegeheim Birkenwiese öffnen. Damit könnte die Zahl der Betreuungsplätze deutlich erhöht werden. Derzeit kann nicht die gesamte Kapazität des Heims für die Pflege genutzt werden, da im Haus auch Abteilungen der Krankenpflegeschule Unterland, für die die Stadt 2016 die Rechtsträgerschaft übernommen hat, untergebracht sind.

Der Unterricht im vier Jahre alten Haus soll aber weiter stattfinden, an eine Übersiedlung der Klassen an einen anderen Ort ist derzeit aus gutem Grund nicht gedacht. Bürgermeisterin Andrea Kaufmann erhofft sich nämlich, dass sich ein beachtlicher Teil der Absolventinnen und Absolventen dafür entscheidet, in einem der Dornbirner Gesundheitsbetriebe, sei es im Stadtspital oder in einem Pflegeheim, zu arbeiten. Pflegekräfte sind allgemein sehr gefragt, und es ist nicht einfach, alle Stellen zu besetzen. Trotzdem ist die Stadtchefin guter Dinge, dringend benötigtes Personal auch tatsächlich zu finden. Dafür gibt es bei Bedarf auch ein Zuckerl: Wer im Spital oder im Pflegeheim arbeitet, kann mit einer günstigen Wohnung rechnen. Noch dieses Jahr beginnt die Stadt mit dem Bau von neuen Personalhäusern in unmittelbarer Nachbarschaft des Campus V in der Hinteren Achmühlerstraße. Geplant sind vier Gebäude mit insgesamt 73 Wohnungen, vorwiegend für Bedienstete in den Gesundheitsbetrieben.

Drittes Pflegeheim?

Einen verstärkten Andrang auf eine stationäre Betreuung in einem der städtischen Pflegeheime stellt die Bürgermeisterin derzeit noch nicht fest. Nach wie vor verbringen 80 Prozent der Pflegebedürftigen ihren Lebensabend in den eigenen vier Wänden, auch weil die ambulante Pflege durch den Krankenpflegeverein hervorragend funktioniert. Auch die 24-Stunden-Pflege nehmen viele Menschen in Anspruch. Allerdings kann sich das wegen der neuen Gesetzeslage schnell ändern. „Wir werden uns in absehbarer Zeit sicherlich Gedanken über ein drittes Pflegeheim machen müssen“, will Kaufmann rechtzeitig auf neue Entwicklungen im Bereich der stationären Pflege reagieren. Ein zusätzlicher Bedarf ergibt sich auch durch das Bevölkerungswachstum: Pro Jahr steigt die Einwohnerzahl in Dornbirn um rund 500 an. HA