Schwarze loten Stimmung aus

Vorarlberg / 17.05.2018 • 17:20 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Vorarlbergs Volkspartei gab ein Jahr vor Landtagswahlen Umfrage in Auftrag.

Bregenz Nach der Wahl ist vor der Wahl. Das gilt auch für Landtagswahlen. Und solche stehen im kommenden Jahr in Vorarlberg an. Vor diesem Hintergrund ist naturgemäß auch die Vorarlberger Volkspartei mit Parteichef und Landeshauptmann Markus Wallner (50) an der Spitze längst mit der Ausarbeitung von Wahlstrategien beschäftigt. Derzeit ist bekanntlich eine schwarz-grüne Landesregierung am Arbeiten. Um die Stimmung im Land ausloten zu können, wurde rund ein Jahr vor dem Wahlgang das Tiroler Institut IFAP mit einer Umfrage beauftragt. Eckdaten der Umfrage liegen den VN vor. Der Befragungszeitraum per Telefon lag zwischen dem 4. und 13. April 2018, in der Summe führte das Institut 600 Interviews mit Wahlberechtigten ab 16 Jahren durch. Im Hinblick auf das Abschneiden jener Fraktionen, die derzeit im Landtag vertreten sind, dürften sich die Schwarzen freuen. Wären jetzt Landtagswahlen, würden die Schwarzen gemäß der in der Analyse ausgewiesenen Hochschätzung gegenüber der Wahl 2014 bis zu vier Prozent zulegen und damit bis zu 46 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen können. Zur Erinnerung: Bei den letzten LT-Wahlen lag die Volkspartei bei 41,8 Prozent der Stimmen.

Rote und Pinke würden zulegen

Den Freiheitlichen wird in der Umfrage ein Verlust von mehr als drei Prozent und den Grünen Vorarlbergs gar ein Minus von mehr als fünf Prozent attestiert. 2014 lag die FP bei 23,4 Prozent und für die Grünen hatten 17,1 Prozent der Vorarlberger Wähler votiert. Gewinner wären laut IFAP-Institut neben der Volkspartei Sozialdemokraten und Neos: Die Roten und Pinken scheinen jedenfalls mit einem satten Plus von jeweils bis zu drei Prozent in der Analyse auf.

Für Rainer Nick, der seit Jahren von den Vorarlberger Schwarzen im Vorfeld von Wahlen mit Umfragen beauftragt wird, steht fest: „Die Zufriedenheit der Vorarlberger mit der Arbeit der Landesregierung bewegt sich auf sehr hohem Niveau und betrifft nicht nur die Wähler der Koalitionsparteien. Auch weite Kreise der Wähler der Oppositionsparteien sind mit der Arbeit der Landesregierung unter Markus Wallner recht zufrieden.“ Vor diesem Hintergrund könne Wallner auch bei der sogenannten Direktwahlfrage punkten: „Würde der Landeshauptmann so wie ein Bürgermeister direkt von der Bevölkerung gewählt, wäre ein zweiter Wahlgang bestimmt nicht notwendig.“

Rückenwind von Kanzler Kurz

So wie man derzeit in Salzburg verfolgen könne, wo LH Wilfried Haslauer (62, VP) gleich mehrere Koalitionsmöglichkeiten zur Verfügung stünden, würden sich auch hierzulande aus Sicht der Wahlberechtigten mehrere Koalitionsvarianten ergeben, meint Nick. „Neben der derzeit favorisierten schwarz-grünen Landeskoalition sind für viele Wähler auch die Bundesvariante Schwarz-Blau, aber ebenso Schwarz-Rot oder Schwarz-Pink denkbar, um eine stabile Landesregierung zu bilden.“ Neben der „soliden Leistung der Regierung im Land“ dürfte freilich der Erfolg der Volkspartei mit Kanzler Sebastian Kurz (31) den Schwarzen im Land einen „gewissen Rückenwind“ verschaffen.

Stichwort Koalition auf Landesebene: Hört man sich bei der Volkspartei im Land um, so gilt Schwarz-Grün vor dem Hintergrund dieses Umfrageergebnisses (Grafik) unter vielen Funktionären „alles andere als in Stein gemeißelt“. Auch von einer „gewissen Automatik, 2019 wieder mit den Grünen im Boot zu sitzen“, will bei den Schwarzen niemand etwas wissen.

„Weite Kreise der Wähler von Oppositionsparteien sind mit der Arbeit im Land zufrieden.“