Der Familiengeschichte auf der Spur

Vorarlberg / 29.05.2018 • 16:52 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
2016 kamen insgesamt rund 1000 Besucher zum 68. Deutschen Genealogentag ins Bregenzer Festspielhaus.

2016 kamen insgesamt rund 1000 Besucher zum 68. Deutschen Genealogentag ins Bregenzer Festspielhaus.

Genealogen bewahren historische Dokumente vor der Vergessenheit.

Lustenau Es ist Mittwochabend. Der Nebenraum im Gasthaus Adler in Sulz füllt sich mit Mitgliedern der Interessengemeinschaft Ahnenforscher Ländle (IGAL). Obmann Georg Watzenegger (64) begrüßt die Anwesenden und eröffnet den Forscherstammtisch. Bei den regelmäßigen Bezirkstreffen, die im Bregenzerwald, Unterland, Walgau und in Feldkirch stattfinden, werden die Ahnenforscher über die aktuellen Vereinsaktivitäten auf dem Laufenden gehalten, und sie können sich mit anderen über ihre Forschungsergebnisse austauschen. Diesmal haben sich rund 25 IGAL-Mitglieder aus dem Bezirk Feldkirch und Umgebung zum Stammtisch versammelt.

Die leidenschaftliche Suche nach der eigenen Geschichte fängt oft mit vergilbten Fotos, einem verstaubten Schuhkarton voller Schriftstücke oder den Erzählungen der Großeltern an. Wichtige Informationsquellen für die Forschungsarbeit der Hobbygenealogen sind Standesämter, Einwohnermeldeämter, Kirchen und Archive. „Wir haben auch eine Bibliothek in Dornbirn, dank der uns viele genealogische Bücher, alte überlieferte Stammbäume und viele digitalisierte Dokumente zur Verfügung stehen“, erklärt Watzenegger. Seit der Gründung in Lustenau im Jahr 2002 zählt die Interessengemeinschaft insgesamt knapp 250 Mitglieder. Viele Senioren werden in der Pension zu leidenschaftlichen Ahnenforschern und wollen mehr über ihre Familiengeschichte erfahren. Aber auch immer mehr Jugendliche finden Gefallen an der Genealogie. Das jüngste beim Stammtisch anwesende Mitglied ist Fabio Curman. Mit seinen mittlerweile umfangreichen Forschungsergebnissen ist der 15-Jährige ein Beweis dafür, dass die Ahnenforschung auch für junge Leute eine Herzensangelegenheit sein kann. Doch so unterschiedlich die Mitglieder auch sein mögen, das Interesse für die Genealogie verbindet sie alle.

„Als Interessengemeinschaft für Ahnenforschung setzen wir uns für die Bewahrung von genealogischen Unterlagen ein, die bei Entrümpelungsaktionen verlorengehen können“, fasst der Obmann zusammen und betont: „Wir würden uns außerdem über noch mehr junge Leute freuen, die sich für die Erhaltung ihrer Familiengeschichte einsetzen möchten.“ VN-GAS

Mein Interesse für die Genealogie wurde durch den Nachlass meiner Großeltern geweckt. Durch die Ahnenforschung kommen viele Geschichten ans Licht, die sonst in Vergessenheit geraten würden. Jasmin Stöckli, 45, Stv. Schriftführerin

Mein Interesse für die Genealogie wurde durch den Nachlass meiner Großeltern geweckt. Durch die Ahnenforschung kommen viele Geschichten ans Licht, die sonst in Vergessenheit geraten würden. Jasmin Stöckli, 45, Stv. Schriftführerin

Es ist faszinierend zu wissen, woher man kommt und wie die eigenen Verwandten früher gelebt haben. Die Ergebnisse der Forschung sind oftmals überraschend. Ich habe zum Beispiel Verwandte in Kärnten. Fabio Curman, 15, Schüler

Es ist faszinierend zu wissen, woher man kommt und wie die eigenen Verwandten früher gelebt haben. Die Ergebnisse der Forschung sind oftmals überraschend. Ich habe zum Beispiel Verwandte in Kärnten. Fabio Curman, 15, Schüler

Für die Ahnenforschung ist es dienlich, wenn man Pfarrer oder Verbrecher unter den Verstorbenen hat, denn über diese wurde vieles dokumentiert. Das ist in meiner Familiengeschichte aber nicht der Fall. Roman Fitz, 57, Pensionist

Für die Ahnenforschung ist es dienlich, wenn man Pfarrer oder Verbrecher unter den Verstorbenen hat, denn über diese wurde vieles dokumentiert. Das ist in meiner Familiengeschichte aber nicht der Fall. Roman Fitz, 57, Pensionist