Im Anhänger ist der Nachwuchs gut aufgehoben

Vorarlberg / 05.06.2018 • 18:50 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wenn Mama Fabienne zur Ausfahrt mit dem Rad rüstet, strahlt auch der dreijährige Jonas wie das sprichwörtliche Honigkuchenpferd. vn/lerch
Wenn Mama Fabienne zur Ausfahrt mit dem Rad rüstet, strahlt auch der dreijährige Jonas wie das sprichwörtliche Honigkuchenpferd. vn/lerch

Kindersitze auf dem Rad sind nur noch hinten erlaubt.

schwarzach Eines ist inzwischen unbestritten: Wenn es ums Radfahren geht, sind die Vorarlberger einfach Spitze. Vor allem in der Freizeit schwingen sich viele auf den Drahtesel, wobei häufig auch Kinder mit von der Partie sind. Tatsächlich sollte der Nachwuchs kein Grund sein, auf das Radeln zu verzichten. Allerdings gilt es dann, entsprechende Vorsicht walten zu lassen. „Die beste Variante, um Kinder ab etwa sechs Monaten mit dem Fahrrad zu befördern, sind sicherheitsgeprüfte Anhänger“, erklärt Luzia Kremmel, Projektleiterin bei Sicheres Vorarlberg. Sie liefert auch nachvollziehbare Gründe mit: „Die Kleinen fallen bei einem Unfall nicht tief, und sie sind, wenn sie angeschnallt sind und einen Helm tragen, im Innenraum geschützt.“ Außerdem verfügen solche Anhänger über einen Kippschutz, das heißt, wenn das Fahrrad umfällt, bleibt der Anhänger normalerweise stehen. Beim Kauf empfiehlt sich eine Beratung beim Fachmann, da nicht jedes Rad für einen Anhänger taugt. Sobald der Sprössling seine Beinchen fest auf den Boden bringt, kann er sich selbst an einem Laufrad versuchen.

Sitze nur noch hinten

Eine andere Möglichkeit, dem Nachwuchs das Radfahren bereits früh schmackhaft zu machen, sind Kindersitze, die direkt auf dem Rad angebracht sind. „Dafür sollte das Kind aber schon sehr gut und für längere Zeit allein sitzen können“, betont Luzia Kremmel. Die Sitze dürfen auch nur noch hinter dem Sattel montiert werden, vorne sind sie nicht mehr erlaubt. Wichtig: Der Sitz muss fest und sicher mit dem Rad verbunden sowie mit Gurtsystem, Kopflehne, Beinschutz und Fixierriemen für die Füße ausgestattet sein.

Weiteres obligates Zubehör: Helm für Fahrer und Kind. Theoretisch ließen sich Kinder auch in sogenannten Transportkisten befördern. „Das gilt jedoch nur, wenn die Transportkiste ausdrücklich dafür zugelassen und mit einem Gurtsystem ausgerüstet ist“, schränkt Kremmel ein. Sicherheitstechnisch betrachtet sollte aber Radanhängern der Vorzug eingeräumt werden. Ganz generell gilt, dass Radfahrer, die ein Kind mitführen möchten, mindestens 16 Jahre alt sein müssen.

Die Fakten kurz zusammengefasst: Jedes Kind benötigt einen eigenen Sitzplatz und muss durch ein passendes Gurtsystem gesichert sein. „Der Gurt darf sich auf keinen Fall einfach so öffnen lassen“, warnt Luzia Kremmel. Ebenso wenig darf ein Kind mit Händen und Beinen in die Räder des Fahrrads oder Anhängers gelangen oder gar den Boden berühren. Kinder unter zwölf Jahren müssen sowohl beim Radfahren als auch beim Transport auf Fahrrädern bzw. in Radanhängern einen Radhelm tragen. Eine Ausnahme macht die Straßenverkehrsordnung, wenn der Gebrauch des Helms aufgrund körperlicher Beeinträchtiungen nicht möglich ist. In allen anderen Fällen haben die Erwachsenen dafür zu sorgen, dass der Kopfschutz richtig sitzt, und sie sollten, was das betrifft, mit gutem Beispiel vorangehen. VN-MM

Tipps für Radanhänger

Ausstattung tiefer Schwerpunkt, tiefe Kupplung, geschlossene Fahrgastzelle, Radständer

Beleuchtung rotes Rücklicht, vorne ein weißer und hinten ein roter Rückstrahler, breiter als 60 cm, zwei rote Rücklichter und rote Rückstrahler

Bremssystem Feststellbremse und Radblockierung auf beide Räder

Sichtbarkeit biegsame Fahnenstange mit Wimpel, mindestens 1,5 Meter 

Lesen Sie am kommenden Samstag: So lässt es sich auch mit dem Fahrrad sicher einkaufen.