Mehr Kinderbetreuung

09.09.2013 • 20:49 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die einen Parteien wollen das Kinderbetreuungsgeld erhöhen, die anderen vor allem mehr Kindergartenplätze schaffen. Foto: APA
Die einen Parteien wollen das Kinderbetreuungsgeld erhöhen, die anderen vor allem mehr Kindergartenplätze schaffen. Foto: APA

Wahlprogramme unter der Lupe: Was die Parteien zur Kinderbetreuung fordern.

Wien. (VN-joh) Die Kinderbetreuung zählt zu den Bereichen, in denen ideologische Unterschiede nach wie vor vorhanden sind: Die einen wollen das Kind so lange wie möglich bei der Mutter daheim lassen und das entsprechend fördern; die anderen wollen es Müttern ermöglichen, ihren Sohn oder ihre Tochter so schnell wie möglich in einen Betreuungsplatz zu bringen.

Im Folgenden die Pläne der sechs Parlamentsparteien im Überblick:

» Die SPÖ ist in ihrem Wahlprogramm unmissverständlich: „Unser Ziel ist es, den Ausbau der Kinderbetreuung in ganz Österreich noch rascher voranzutreiben. Schließlich ist ein optimaler Betreuungs-, Spiel- und Bildungsort nicht nur gut für die Entwicklung der Kleinsten, auch für die Eltern wird es dadurch möglich, Beruf und Familie besser zu vereinbaren.“ In diesem Sinne sollen die Zahl der Schließtage von Kinderbetreuungseinrichtun­gen gesenkt und die Öffnungszeiten – „falls erforderlich“ – ausgedehnt werden. Und: „Darüber hinaus soll es auch einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem 1. Lebensjahr geben.“ Sprich: Allen Eltern muss ein entsprechendes Angebot für ihre Kinder zur Verfügung gestellt werden, damit sie es in Anspruch nehmen können, wenn sie wollen.

„Ganzjährig bzw. ganztägig“

» Die Volkspartei ist ebenfalls für „den weiteren Ausbau eines qualitativ hochwertigen und flächendeckenden Kinderbetreuungsangebotes mit bedarfsgerechten Öffnungszeiten“; einen Rechtsanspruch auf ein entsprechendes Angebot erwähnt sie in ihrem Wahlprogramm jedoch nicht. Sie macht „ein ganzjähriges bzw. ganztägiges“ Angebot vom Bedarf abhängig. Angesehen davon spricht sie sich dafür aus, „Förderprogramme zum Ausbau im Privatwirtschaftsbereich zu entwickeln“.

» Die Freiheitlichen haben einen anderen Zugang: Sie fordern in ihrem Wahlprogramm, Ausgaben für bestimmte haushaltsnahe Dienstleistungen wie zum Beispiel die Kinderbetreuung als Werbungskosten von der Steuer absetzbar zu machen. Das Kinderbetreuungsgeld solle indes weiterentwickelt werden: Die Zuverdienstgrenze solle gestrichen werden, das Geld selbst erhöht und möglichst lange gewährt werden. FPÖ-Frauensprecherin Carmen Gartelgruber hat zuletzt präzisiert, das Kinderbetreuungsgeld solle in Höhe des Mindestsicherungssatzes von 773 Euro pro Monat bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes gewährt werden.

» Die Grünen wollen laut Wahlprogramm 80.000 neue Kindergartenplätze zur Vereinbarkeit von Beruf, Bildung und Familie. Außerdem soll der Kindergarten kostenlos und verpflichtend sein. Es gehe um die Vorbereitung auf die Schule, so die Grünen: „Hierfür braucht es verpflichtende Kindergartenkernzeiten für vier- und fünfjährige Kinder durch bestqualifizierte KindergartenpädagogInnen im Ausmaß von rund zwölf Wochenstunden.“

» Das Team Stronach widmet sich der Kinderbetreuung im Parteiprogramm. Dort heißt es, Frauen müssten eine bessere Balance zwischen Arbeit und Familie finden können: „Insbesondere sind wir für den Ausbau von Schulen für ganztägige Kinderbetreuung, die gut ausgestattet sind mit Lern- und Sporteinrichtungen, wo die Kinder zumindest eine gesunde Mahlzeit pro Tag bekommen.“

» Das BZÖ geht auf „verbesserte Rahmenbedingungen für die Wahlfreiheit zwischen Beruf und Familie“ ebenfalls allgemein in seinem Parteiprogramm ein: Kinderbetreuungsmöglichkeiten seien „auszubauen und bedürfnisorientiert zu gestalten“, heißt es darin.