Monika Helfer

Kommentar

Monika Helfer

Ehemaliger Verbrecher

Vorarlberg / 19.02.2019 • 11:16 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

„Es ist so großartig, anständig zu sein“, sagte der ehemalige Verbrecher. „In ein Geschäft zu gehen und nichts zu stehlen. Nicht zu betrügen. Nicht zu lügen. Gut, lügen manchmal, aber nicht kriminell. Nur wenn ich einen Termin versäume und sage, der Zug hatte Verspätung. Nur harmlos lügen. Jahrelang habe ich betrogen. Irgendwann quälte mich ein schlechtes Gewissen. Das war, als ich wegen Einbruch in ein Schmuckgeschäft erwischt worden war. Da hatte ich zum ersten Mal ein schlechtes Gewissen. Warum tu ich das, fragte ich mich. Ich habe gestohlen und musste das Gestohlene verstecken. Was sollte ich mit dem Zeug! Alles kriminell Erworbene habe ich der Polizei übergeben. Sie waren freundlich zu mir. Ein Gefängnispsychologe riet mir zu einer Entgiftungskur – süchtig war ich zudem, was aber keine Entschuldigung ist. Er riet mir zu einer Lehre. Ich arbeite jetzt mit Holz. Will Tischler werden.