Ganz schön super, dieser Mond

Vorarlberg / 19.02.2019 • 18:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ganz schön groß: Vorarlberg wurde am Dienstag von einem Supermond geküsst. D. Stiplovsek
Ganz schön groß: Vorarlberg wurde am Dienstag von einem Supermond geküsst. D. Stiplovsek

Erst an Weihnachten 2026 zeigt sich der Erdtrabant von einer noch größeren Seite.

Geraldine Reiner

Schwarzach Damit dieses Himmelsschauspiel stattfinden kann, müssen zwei Ereignisse zusammentreffen: die extreme Erdnähe des Mondes und Vollmond. Gestern, Dienstag, war das wieder der Fall. Umgangssprachlich spricht man in diesem Zusammenhang auch gerne von einem „Supermond“. Um einen astronomischen Begriff handelt es sich hierbei allerdings nicht. Denn ganz so super, wie der Superlativ vermuten lässt, ist der Mond bei dieser Konstellation dann doch nicht. 

Wenige Minuten vor 17 Uhr war es soweit: Der Erdtrabant erreichte auf seiner elliptischen Umlaufbahn die Vollmondposition. Besonders nahe kam er uns bereits knapp sieben Stunden zuvor. Zu diesem Zeitpunkt betrug die Entfernung zwischen Erde und Mond „nur noch“ 356.763 Kilometer. Zum Vergleich: Im Schnitt liegen 384.000 Kilometer dazwischen, die maximale Entfernung beträgt rund 407.000 Kilometer, rechnet die Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie (WAA) vor.

Kaum erkennbar

Der Größenunterschied zwischen einem „Supermond“ und einem „Minimond“ ist mit jenem einer 2-Euro-Münze und 1-Euro-Münze vergleichbar und mit freiem Auge kaum erkennbar, sagt der Bludenzer Astronom Robert Seeberger. Viel auffälliger sei im Gegensatz dazu die optische Täuschung. „Der Mond wirkt in Horizontnähe größer, als wenn er um Mitternacht hoch am Himmel steht“, führt er aus.

Überhaupt ist der „Supermond“ keine allzu seltene Angelegenheit. Durchschnittlich werden wir alle 13,6 Monate von einem solchen geküsst. Aber immerhin: Erst an Weihnachten 2026 zeigt sich der Vollmond von einer noch größeren Seite als in dieser Woche.

50 Jahre Mondlandung

Für Robert Seeberger ist der Erdtrabant in diesem Jahr vor allem aus einem anderen Grund besonders interessant. Am 21. Juli vor 50 Jahren setzte der Kommandant von Apollo 11, Neil Armstrong, als erster Mensch seinen Fuß auf die Mondoberfläche. Der Spaziergang im südlichen Bereich des „Meeres der Ruhe“ war der Höhepunkt des Raumfahrt-Programms. Fünf Tage vor diesem denkwürdigen Jahrestag wartet auf passionierte Sternegucker ein weiteres Highlight am Nachthimmel: Vom 16. auf den 17. Juli findet die zweite Mondfinsternis in diesem Jahr statt. „Es ist aber nur eine partielle Mondfinsternis, der Mond wird nicht zur Gänze in den Kernschatten der Erde eintreten, sondern nur zu knapp 66 Prozent, so dass der Mond eine halbe Stunde vor Mitternacht als eine tief im Süden liegende Sichel erscheinen wird“, erläutert WAA-Präsident Alexander Pikhard.

Wanderer betrachten den Supervollmond.  VN/LERCH
Wanderer betrachten den Supervollmond. VN/LERCH
Der Mond scheint zum Angreifen nah zu sein.  VN/LERCH
Der Mond scheint zum Angreifen nah zu sein. VN/LERCH
Mann im Mondlicht.   VN/LERCH
Mann im Mondlicht. VN/LERCH