Dornbirn: Tödlicher Stromschlag durch Handy in der Badewanne

Vorarlberg / 20.02.2019 • 19:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Handy musste während des Aufladens in das Wasser der Badewanne gefallen sein.
Das Handy musste während des Aufladens in das Wasser der Badewanne gefallen sein.

Ein Freizeitunfall, so tragisch wie ungewöhnlich, kostete junger Frau in Dornbirn das Leben.

Dornbirn Die Polizei bestätigte den VN den furchtbaren Unfall, der sich bereits Anfang Februar in Dornbirn ereignet hatte. Damals ist eine junge Frau leblos in der Badewanne aufgefunden worden. Wie sich herausstellte, war sie einem Stromschlag erlegen.

Ein Sachverständiger stellte fest, dass die Ursache der tödlichen Tragödie ein Mobiltelefon war. Als die Frau ihr Bad nahm, steckte das Ladekabels ihres Handys in einer nicht geerdeten Steckdose nahe der Wanne. Das Unfallopfer benutzte das Mobiltelefon, während es aufgeladen wurde, als das Gerät ins Wasser fiel. Durch den anschließenden Stromschlag erlitt die Frau Verbrennungen, für sie kam jede Hilfe zu spät.

Der Thüringer Wilhelm Brunner, gerichtlich zertifizierter Elektrotechnik-Sachverständiger, sprach gegenüber den VN von einem extrem seltenen Fall, der ihm selbst noch nie untergekommen sei. „Ich selbst war in Dornbirn nicht vor Ort und nicht der Sachverständige. Allgemein aber kann ich sagen, dass so etwas in Vorarlberg meines Wissens nach noch nie vorgekommen ist. Allerdings habe ich durch Recherchen im Internet erfahren, dass es etwa in Amerika öfters zu derarten Unfällen kommt.“

In Amerika kommt es öfters zu derartigen Unfällen

Wilhelm Brunner

gerichtlich zertifizierter Elektrotechnik-Sachverständiger

Drei Unfälle mit dem Fön

In Vorarlberg sind ihm nur drei Stromunfälle im Badezimmer bekannt, die tödlich endeten. „Und es war immer im Zusammenhang mit einem Fön, der ins Wasser fiel“, sagte er. Beim Handy-Unfall müssen besonders unglückliche Umstände mitgespielt haben. „Es könnte sich um ein Ladekabel beispielsweise aus China gehandelt haben. Jedenfalls um eines, das nicht den europäischem IEC-Standard entsprach“, legt Brunner nahe. „Denn ansonsten sollte so etwas nicht passieren.“ Brunner möchte das tragische Ereignis auch als Warnung sehen, sich vor billig produziertem Handyzubehör von Drittanbietern in Acht zu nehmen. Das Gerät müsse entsprechend mit einem „CE“-Zeichen zertifiziert sein. Zudem sei vorgeschrieben, dass in jedem Haushalt ein Fehlerstromschutzschalter installiert ist.