Für die Fische geht es am Rheindamm ab durch die Röhre

Vorarlberg / 21.02.2019 • 19:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
 Mit zwei Telekränen wurde der Fischtunnel am Rheindamm eingehoben. vn/Stiplovsek
Mit zwei Telekränen wurde der Fischtunnel am Rheindamm eingehoben. vn/Stiplovsek

Der Tunnel am Rheindamm soll für mehr Fischverkehr sorgen.

Geraldine Reiner

Hard „Man muss sich das wie ein riesiges 3-D-Puzzle vorstellen“, sagt Daniel Haspel von der Rheinbauleitung. Anfang Jänner wurden auf dem Rheindamm in Hard rund 400 Wellbleche angeliefert. Anschließend waren die Mitarbeiter des Landesflussbauhofs gefragt. Zehn Arbeitstage und ein paar tausend Schrauben waren laut Leiter Otto Sohm nötig, um aus den einzelnen Teilen ein Ganzes zu bilden. Das Ganze ist in diesem Fall ein 35,5 Meter langer, vier Meter breiter und 2,7 Meter hoher Tunnel, der künftig für mehr Fischverkehr zwischen Bodensee und Rhein sorgen soll. Denn Mobilität spielt auch in der Fischwelt eine nicht zu unterschätzende Rolle. 

Weg verbaut

Das unterirdische Bauwerk ist Teil des Projekts „Ökologische Aufwertung Vorstreckung Alpenrhein“.  Es soll jenen Arten, die nicht so gerne hinauf bis zur Mündung schwimmen, einen einfacheren Zugang zum Rhein ermöglichen. Der Hintergrund: Durch die Vorstreckung des Rheins wurde Strömer, Groppe, Trüsche, Elritze, Gründling und Co. der direkte Weg von den flachen Bereichen der Harder Bucht in den Rhein zusehends verbaut. „Die Fische müssen jetzt praktisch fünf Kilometer rausschwimmen. Der Durchlass ist ein erster Schritt zur Verbesserung der Laichmöglichkeiten“, erläutert Markus Grabher vom gleichnamigen Umweltbüro. Am Donnerstagvormittag war es schließlich so weit. Mit zwei Telekränen wurde der knapp 20 Tonnen schwere Tunnel in jenes Loch gehoben, das zuvor in den Damm gegraben wurde. Die Einbauhöhe sei so gewählt, dass die Fischunterführung rund 300 Tage pro Jahr durchströmt wird, sagt Daniel Haspel. Bis zum Wochenende soll der Damm Schicht für Schicht wieder aufgebaut sein.

Neben der knapp 200.000 Euro teuren Verkehrslösung für Fische werden links und rechts des Damms insgesamt 200.000 Kubikmeter „durchsetztes organisches Material“, das von Räumungsarbeiten entlang der Rheinstrecke stammt, aufgeschüttet. Haspel ergänzt: „Wir arbeiten uns vom Ufer nach vor. Über die Jahre sollen da Inseln hinauswachsen.“