Altes „Hugo“ wird doch nicht abgerissen

Vorarlberg / 24.02.2019 • 13:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Gebäude des Graf Hugo bleibt jetzt doch erhalten. Die AK saniert es um 4,5 Millionen Euro. VN/Schweigkofler
Das Gebäude des Graf Hugo bleibt jetzt doch erhalten. Die AK saniert es um 4,5 Millionen Euro. VN/Schweigkofler

Arbeiterkammer investiert 4,5 Millionen Euro in Gebäudeumbau. Digitalcampus, Café und Co-Workingspace geplant.

Gernot Schweigkofler

Feldkirch. Die Aufregung war groß, als bekannt wurde, dass das älteste Jugendhaus Vorarlbergs, das Graf Hugo, abgerissen werden soll. Unterschriften wurden gesammelt, in der Feldkircher Stadtvertretung gab es hitzige Debatten. Der Besitzer des Gebäudes, die Arbeiterkammer, hatte aber ein Gutachten vorliegen, dass einen Erhalt als unmöglich erscheinen liess. Die Kammer hatte das „Hugo“ 2006 mit übernehmen müssen, als man das Zeughaus ankaufte, an dessen Stelle das heutige moderne Kammergebäude steht. Ein Erhalt des Graf Hugo am alten Standort schien also unmöglich.

Mittlerweile wurde an der Feldkircher Reichsstraße ein Gebäude als Jugendhaus adaptiert, die neue Einrichtung erntet breite Zustimmung. Das alte Hugo wird nun aber doch nicht abgerissen. „Wir haben nochmals zwei Gutachten erstellen lassen“, erklärt Kammer-Direktor Rainer Keckeis. Diese hätten gezeigt, dass Sanierung oder Abriss und Neubau etwa gleich viel Geld kosten würden. Deshalb habe man sich zu einer „sanften Sanierung“ entschieden. Für diese veranschlagt die Kammer 4,5 Millionen Euro. Ein zweistufiges Vergabeverfahren ist am Laufen, eine Jury wird sich im März in der zweiten Stufe zwischen den Architekten Johannes Kaufmann und Gernot Turnher entscheiden. Ab Herbst 2019 soll gebaut werden, 2020 soll das Gebäude seiner neuen Bestimmung übergeben werden.

Digitaler Campus, Co-Working, Café

Das direkt bei der Kammer gelegene Haus soll dann mehrere Aufgaben erfüllen. So wird ein Standort des Digital-Campus der AK hier Platz finden. Zudem ist ein Co-Working-Space für Jungunternehmer vorgesehen, der würde sich gut zum Angebot des Digital-Campus ergänzen, meint Keckeis. Zudem soll die Abteilung Frau und Familie in das Gebäude übersiedeln. Außerdem sei ein Tagescafé geplant, das würde sich anbieten da im Bereich viele Menschen arbeiten würden, ohne dass es ein entsprechendes Angebot gebe. Was aber wirklich genau umgesetzt werden kann, das wird sich erst nach der Vergabe des Auftrags und den genauen Planungsarbeiten zeigen. Die größte Herausforderung werde wohl der Einbau eines Liftes, um das Gebäude barrierefrei zu machen. Eine Verbindung zum AK-Hauptgebäude sei nicht geplant, berichtet Keckeis.

Das, das alte „Graf Hugo“ stehen bleibt freut die grüneKultur-Stadträtin Ingrid Scharf. Sie hatte lange für den Erhalt des Gebäudes als Jugendhaus gekämpft und wurde dafür in der Stadtvertretung mehrfach kritisiert. Sie begrüße, dass das Haus nun doch saniert werden wird, teilt Scharf den VN mit. Am Ende seien es zwei erfreuliche Entwicklung, denn auch „die Jugend hat ein wirklich tolles neues Zuhause erhalten.“

Bau an Bärenkreuzung auf Eis

Ruhig geworden ist es hingegen um die Pläne für den Bau eines großen Bürogebäudes direkt an der Bärenkreuzung, am Standort des ehemaligen Haus Widnau 2. „Es liegt ein gültiger Baubescheid vor“, berichtet Rainer Keckeis. Aber in der derzeitigen baukonjunkturellen Lage werde man nicht bauen, es gebe auch keinen großen zusätzlichen Bedarf der Kammer. Geplant war ja, dass Gebäudeteile vermietet werden sollten – so würde etwa der ÖGB wieder zurückkehren. Aber vom Tisch sei das Projekt nicht endgültig, es könnte in einigen Jahren aufgegriffen und umgesetzt werden.