111 Einsendungen für den Hohenemser Literaturpreis

Vorarlberg / 28.02.2019 • 10:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die ersten Zeilen von „Geschichte ohne Papier“ von Selim Özdogan waren großflächig an der Fassade zu lesen.
Die ersten Zeilen von „Geschichte ohne Papier“ von Selim Özdogan waren großflächig an der Fassade zu lesen.

Jury wählt diesjährigen Siegertext im März aus.

hohenems Die Beiträge für den mit 7000 Euro dotierten „Hohenemser Literaturpreis für deutschsprachige Autoren und Autorinnen nichtdeutscher Muttersprache“ konnten bis Anfang Jänner dieses Jahres eingereicht werden. Die Jury wird im März den Siegertext aus den insgesamt 111 eingegangenen Beiträgen auswählen.

Der im Jubiläumsjahr „25 Jahre Stadterhebung“ 2008 ausgeschriebene Literaturpreis, der auf eine Initiative des international renommierten Hohenemser Schriftstellers Michael Köhlmeier zurückgeht, wurde 2009 erstmals vergeben. Die Hauptpreise für herausragende literarische Texte, deren Verfasserinnen und Verfasser ursprünglich nicht-deutscher Muttersprache sind, erhielten damals Michael Stavaric und Agnieszka Piwowarska, den Anerkennungspreis bekam Susanne Gregor.

Anonyme Bewertung

Auch diesmal wurden die eingesandten Kurztexte im Sinne eines klassischen Wettbewerbs einem anonymen Bewertungsverfahren unterzogen. Eingereicht werden konnten maximal zehnseitige, bislang in keiner Form publizierte oder prämierte Prosatexte in deutscher Sprache, welche in „literarisch überzeugender Weise nicht nur migrantische Erfahrungen, sondern in freier Themenwahl das Ineinandergreifen verschiedener kultureller Traditionen und biographischer Prägungen vor dem Hintergrund einer sich beständig wandelnden Gegenwart thematisieren – einer Gegenwart, in der Sprache und Literatur wie auch Identität keinesfalls als Konstanten anzusehen sind“, so der Wortlaut der Ausschreibung. In den vergangenen Jahren hatten denkbar verschiedene Schriftstellerinnen und Schriftsteller den Titel erringen können. Unter 162 Einreichungen für den Preis wurde zuletzt 2017 die Erzählung „Geschichte ohne Papier“ von Selim Özdogan ausgezeichnet, der Que Du Luu (2015), Saša Stanišić  (2013) und Eleonora Hummel  (2011) nachfolgte. Die Anerkennungspreise waren 2011 an Sandra Gugic und 2013 an Léda Forgó gegangen.

Der Preis wird am 22. Juni traditionellerweise wieder als Höhepunkt eines „Literarischen Wochenendes“, das mehrere Veranstaltungen – u.a. die 2. Auflage des „Emser Poetry Slam“ – umfasst, bei einem Festakt im Salomon-Sulzer-Saal, der ehemaligen Synagoge von Hohenems, verliehen. tf