Arlberg: Unbelehrbare Skifahrer im Fokus der Polizei

Vorarlberg / 28.02.2019 • 18:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Lecher Gemeindechef Ludwig Muxel macht sich für härtere Strafen gegen unbelehrbare Wintersportler stark. VN/Steurer
Lecher Gemeindechef Ludwig Muxel macht sich für härtere Strafen gegen unbelehrbare Wintersportler stark. VN/Steurer

„Aktion scharf“ gegen Unbelehrbare: Skifahrern, die in forstlich gesperrten Schutzwäldern Kurven ziehen, sollen härtere Strafen drohen. Dies wurde bei einem Expertengipfel am Arlberg beschlossen.

Lech. Am Arlberg hat sich ein Expertengipfel mit dem zunehmenden Problem verbotener Waldabfahrten beschäftigt. Immer mehr Wintersportler ignorieren offenbar Verbotsschilder und kurven durch gesperrte Waldstücke. Um diesen Auswüchsen wirkungsvoll begegnen zu können,wurden in Lech Maßnahmen beschlossen, sagt der Lecher Bürgermeister Muxel: „Es gibt ein klares gemeinsames Bekenntnis, dass hier dringend gehandelt werden muss. Die Maßnahmen reichen von Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung bis zu Schwerpunktaktionen der Polizei und der Forderung nach strengeren Strafen.“

Strafen sollen verdoppelt werden

Der Gipfel, zu dem Teilnehmer aus allen betroffenen Bereichen gekommen waren, zeigte die Dringlichkeit. Die Gemeinde Lech und Lech Zürs Tourismus, die Liftgesellschaften, der Bludenzer Bezirkshauptmann Johannes Nöbl, die Polizei-Inspektion Lech, Waldaufseher Norbert Egger sowie Vertreter der Skischulen von Lech, Zürs, Oberlech und der selbstständigen Skilehrer haben nach Maßnahmen gesucht, um das illegale Befahren zu verhindern. Derzeit drohen jenen Skifahrern, die Verbote ignorieren, Bußen bis zu 70 Euro. Nun soll das Strafausmaß auf 140 Euro erhöht werden. Darüber hinaus soll die Öffentlichkeitsarbeit im Hinblick auf Bewusstseinsbildung verstärkt werden. Touristiker und Bergbahner wollen in Zukunft deutlicher auf das Verbot gesperrter Waldabfahrten hinweisen – im Gelände genauso wie auf den eigenen Informationskanälen wie Websites. Einen Beitrag zur positiven Bewusstseinsbildung sollen auch die Skilehrer leisten, indem sie auf die Gefährdung der Wälder durch illegale Abfahrten hinweisen.

Polizei plant Schwerpunktkontrollen

Vor allem sollen auch die Kontrollen vor Ort verschärft werden. Derzeit sind rund 30 legitimierte Pistenwächter unterwegs, die Verstöße gegen das Forstgesetz ahnden können. Das reicht von der Abnahme des Skipasses bis zu Geldstrafen. Eine wichtige Rolle bei der Überwachung von gesperrten Abfahrten spielt auch die Polizei in Lech. In Zukunft werden von der Polizeiinspektion Lech vermehrt konzentrierte Aktionen durchgeführt. „In erster Linie versuchen wir Bewusstseinsbildung zu machen und Skifahrer auf das Verbot aufmerksam machen. Es wird immer Unbelehrbare geben und die sollen auch bestraft werden“, betont Christian Elsensohn, der als Leiter der Skischule Lech auch als Pistenwächter tätig ist.

„Es wird immer Unbelehrbare geben und die sollen künftig auch härter bestraft werden.“

Christian Elsensohn, Skischulleiter und Pistenwächter

Auch Pistenwache für härtere Gangart

In den letzten fünfzehn Jahren habe die Zahl jener, die bewusst durch gesperrte Schutzwaldregionen fahren, „überhand genommen“, weiß Elsensohn. Jemanden dabei zu ertappen gestalte sich meist schwierig. „Manchmal fahren sie einfach davon oder nehmen eine Strafe wie das Abnehmen des Skipasses oder ein Bußgeld bewusst einfach in Kauf.“ Auch Elsensohn plädiert vor diesem Hintergrund für höhere Strafen und ein härteres Vorgehen für Unbelehrbare. Gleichzeitig betont der Pistenwächter, dass Tourengeher nicht in einen Topf mit jenen geworfen werden könnten, die verbotenerweise in gesperrten Wäldern Kurven ziehen. „Tourengeher wissen in aller Regel sehr wohl, wo sie sich bewegen dürfen.“