Im Zeichen der Integration

Vorarlberg / 28.02.2019 • 16:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Simon Bischof ist seit sechs Jahren Unified-Partner bei den Special Olympics. VN/JD
Simon Bischof ist seit sechs Jahren Unified-Partner bei den Special Olympics. VN/JD

Simon Bischof unterstützt Fußballspieler bei Special Olympics.

ANDELSBUCH „Für unsere Sportler ist der Sieg nicht das Wichtigste. Bei ihnen überwiegt die Freude am Wettkampf, egal welches Ergebnis herauskommt. Die Geschichten, die man in diesem Sport erlebt, sind unbeschreiblich“, sagt Simon Bischof.

Der 32-jährige Alberschwender ist einer der fünf Unified-Partner aus Vorarlberg, die die beeinträchtigten Fußballspieler Raphael Brandtner und Jürgen Rojko zu den Special Olympics begleiten und sie dort betreuen. Die Weltsommerspiele finden vom 12. bis 21. März mit rund 7000 Sportlern in Abu Dhabi statt. In den internationalen Fußballmannschaften der Special Olympics sind Menschen mit und ohne Behinderung.

Ziel des Unified-Programmes ist, Integration zu schaffen. „Das Schöne daran ist, dass damit Menschen mit Beeinträchtigung nicht von der Sportwelt ausgeschlossen werden“, meint Bischof. Sein Kollege Clemens Olsen, selbst Unified-Partner und zudem Sohn von Heinrich Olsen, Sportdirektor der SOÖ (Special Olympics Österreich), hat ihn auf diese Tätigkeit aufmerksam gemacht. „Ich hatte schon immer Berührungspunkte mit behinderten Menschen“, sagt er. Zudem hatte Bischof von klein auf eine große Leidenschaft für Fußball. Aus diesem Grund entschied er sich, Fußballspieler mit Behinderung zu Wettkämpfen zu begleiten.
Darüber ist er glücklich: „Es ist mir ein persönliches Anliegen. Ich hatte es immer gut im Leben. Darum möchte ich etwas zurückgeben.“ Im Prinzip läuft das Unified-Fußballspiel wie ein normales Fußballspiel ab. „Wir spielen Elf gegen Elf und es gelten die üblichen Spielregeln. Der Unterschied ist, dass wir zwei Mal 15 Minuten spielen“, erklärt Bischof. Mindestens sechs beeinträchtigte Spieler und maximal fünf Unified-Partners müssen auf dem Feld stehen. Bischofs Aufgabe als Begleiter ist es, die Spieler auf dem Feld zu leiten. Dabei muss viel kommuniziert werden: „Kommunikation ist im Fußball wichtig, aber bei der Unified-Version noch viel mehr. Unsere Anweisungen müssen konkret sein.“

Engagement mit Freude

Monate vor den Wettkämpfen werden den Unified-Partnern Sportler zugeteilt, auf die sie während der Reise „ein Auge haben müssen“. „Mein letzter Schützling war den Süßigkeiten verfallen. Da musste ich aufpassen, dass er nicht zu viel nascht“, sagt der Hobby-Kicker und lacht. Langweilig werde es den Betreuern nie: „Die Spieler halten uns auf Trab. Ihre positive Art ist ansteckend.“
Bischof freut sich auf seinen Einsatz in Abu Dhabi. Medaillen stehen auf dem Wunschzettel, im Fokus stehen jedoch drei Wochen Spaß und unvergessliche Momente. „Am wichtigsten ist es aber, dass alle wieder gesund nach Hause kommen.“ VN-LSA

Simon Bischof

Geboren 5. Februar 1987

Ausbildung Handelsschule in Bezau

Wohnort Alberschwende

Familie in einer Beziehung, bald Papa