Kiesabbau im Naherholungsgebiet Paspels wirft Fragen auf

Vorarlberg / 01.03.2019 • 05:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Paspelsseen sind im Raum Feldkirch-Vorderland als Naherholungsgebiet sehr geschätzt. Nun möchten Vorarlbergs Grüne Klarheit, in wie fern der Kiesabbau erweitert werden soll.  Sandro Tomaselli
Die Paspelsseen sind im Raum Feldkirch-Vorderland als Naherholungsgebiet sehr geschätzt. Nun möchten Vorarlbergs Grüne Klarheit, in wie fern der Kiesabbau erweitert werden soll. Sandro Tomaselli

Grün-Politiker mit Anfrage an Landesrat Gantner und Rauch. Sie möchten Klarheit über mögliches Baggersee-Projekt.

Gernot Schweigkofler

Feldkirch, Rankweil Die Paspelseen im Grenzgebiet von Feldkirch und Rankweil gelegen sind Naturraum und auch wirtschaftlich genutzte Zone. Immerhin sind sie keine natürlichen Seen, sondern durch den Abbau von Kies entstanden. Das „Nägele-Loch“ wird heute als Badesee geliebt und geschätzt, an allen dreien wird gefischt. Spaziergänger nutzen die Wege und schätzen es an den Ufern der Seen zu sitzen. Die Paspelsseen sind seit langem ein beliebtes Naherholungsgebiet.

Dem könnte jetzt Ungemach drohen. „Wir wollen Klarheit schaffen, ob bald Kiesbagger auffahren und damit die Natur und das Trinkwasser akut gefähren werden“, erklärt die Grüne Landtagsabgeordnete Nina Tomaselli, warum sie gemeinsam mit Parteikollegem Christoph Metzler, dem Umweltsprecher der Landesgrünen, eine Anfrage an die zuständigen Landesräte Christian Gantner (Gewässerschutz) und Johannes Rauch (Umweltschutz) gestellt hat.

Unklarheit über Status

In erster Linie geht es in der Anfrage darum zu erfahren, was denn eigentlich wirklich geplant ist. Denn die offizielle Datenlage ist dünn. Nachdem im vergangenen Sommer bekannt geworden sei, dass es Pläne für neue Baggerprojekte und eine Erweiterung der Seen in Paspels gäbe, hatte Tomaselli in ihrer Funktion als Feldkircher Stadtvertreterin eine Anfrage an Bürgermeister Wilfried Berchtold gestellt. Der teilte ihr mit, dass von neuen Baggerprojekten nichts wisse. Das bestätigte Vizebürgermeister Wolfgang Matt auf VN-Anfrage. Auch von einem Projekt auf der Rankweiler Seite, sei nichts bekannt.

Aber Tomaselli hat eine Auskunft von Landesrat Christian Gantner, dass es einen Antrag eines Bauunternehmens auf Erweiterung einer bestehenden Kiesgrube. Außerdem gäbe es Pläne für eine Erweiterung des Abbaugebietes. Das geht auch aus der Landtagssitzung vom 14. November so hervor: dort hatte Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser davon gesprochen, dass es ein konkretes Projekt Rankweil Brederis gebe. „Dort sind Kiesmengen vorhanden, das wird die nächsten 200 Jahre ausreichend Material hätten“. Allerdings müsse geprüft werden, dass bei der Nassbaggerung keine Beeinträchtigung des Grundwasserschutzes erfolgt. Eine Studie hatte vor 25 Jahren den Kiesabbau mit Nassbaggerung als Gefahr für einen Grundwassersee gesehen. Seitdem hat man von neuen Bewilligungen Abstand genommen.

Transparenz und Information

Die Anfrage der grünen Abgeordneten könnte nun mehr Klarheit in den aktuellen Projektstand bringen. Tomaselli fordert jedenfalls größtmögliche Transparenz: „Die Bürger müssen über jeden Schritt informiert sein, wenn ihr Wasser und ihr Naherholungsbereich bedroht wird“

Auch andernortens wird man wohl gespannt auf die Beantwortung warten. Feldkirchs Vizebürgermeister Matt etwa, der gegenüber den VN erklärt: „Feldkirch bekennt sich zum Schutz und Erhalt der bestehenden Landschaftsräume , kann jedoch nur bedingt beeinflussen, was in den Nachbargemeinden entschieden wird“. Feldkirch hat die Paspelsseen genau so als besonders wichtigen Naturraum ins neue Regionale Entwicklungskonzept aufgenommen, wie die Marktgemeinde Rankweil.