Luxus-Immobilie am Haggen verkauft: Wer die neue Besitzerin des ehemaligen Ausflugsgasthof ist und was das Anwesen gekostet hat

Vorarlberg / 01.03.2019 • 07:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Spektakuläres Immobiliengeschäft im Grundbuch verbüchert. Das einstige Zuhause von KR Walter Klaus in neuen Händen.

lochau Es ist kein Immobiliengeschäft wie jedes andere. Alleine schon aufgrund der Kaufsumme, die seit der Verbücherung vor ein paar Tagen im öffentlich zugänglichen Kaufvertrag dokumentiert ist, tanzt die Veräußerung der Luxus-Immobilie am Pfänder aus der Reihe. 3,9 Millionen Euro hat die Liegenschaft gekostet. Die Witwe des 2012 verstorbenen Tourismus-Tycoon Kommerzialrat Walter Klaus hat das Anwesen mit 549 Quadratmeter Wohnfläche auf einem 3746 Quadratmeter großen Grundstück in Bestlage an die „SM Immobilienverwaltung GmbH“ verkauft. Unterschrieben wurde der Vertrag bereits am 12. Oktober 2018.

Unternehmerin Susanne Messmer (re.) ist die neue Eigentümerin des Anwesens. franc
Unternehmerin Susanne Messmer (re.) ist die neue Eigentümerin des Anwesens. franc

Alleineigentümerin der Gesellschaft und damit auch neue Besitzerin der exklusiven Liegenschaft ist Susanne Messmer (56), die zuletzt in Lochau das Café Platzhirsch eröffnete und am Pfänder bereits das Gasthaus Moosegg bestitzt. Was sie mit dem jetzt erworbenen ehemaligen Ausflugsgasthof mit unverbaubarem Blick auf den See vor hat, ist noch nicht im Detail geklärt, wie die Unternehmerin im Gespräch mit den VN erklärt. „Momentan läuft die Konzeptfindung“, sagt sie. Einschränkungen in der Nutzung gibt es allerdings schon alleine aufgrund der bestehenden Widmung als „Freifläche Sondergebiet – Gasthof“. So könnte das Haus für Events, Ausstellungen ihres ebenfalls gerade geplanten neuen Möbelgeschäfts oder als Boutiqhotel genutzt werden, gibt Messmer Einblicke in die Überlegungen. Entschieden sei freilich noch nichts.

Kein Gasthaus wie einst

Eine Nutzung als klassisches Gasthaus wie einst schließt die Tochter einer Hoteliersfamilie indes aus. Die Voraussetzungen nach dem Umbau 2006/2007 seien nicht mehr gegeben. Damals hatte der erfolgreiche Tourismusunternehmer Walter Klaus (Anm.: Silvretta Nova, Vorarlberg Lines) das Anwesen um 2,1 Millionen Euro erworben und unter Auflagen für private Zwecke zum Wohnhaus umgestaltet. So durfte etwa der Charakter des Gasthauses nicht geändert werden. Auch Küche und Gastraum mussten erkennbar als solche bleiben und alles sollte von der Bezirkshauptmannschaft kontrolliert werden.
Gleich zu Beginn wurde die imposante Liegenschaft von den neuen Eigentümern mit mannshohem Eisengitter eingezäunt, was viele Lochauer und Besucher am Pfänder störte.

Politisches Hick-Hack um Boden

Richtig hoch gegangen sind die Wogen allerdings als bekannt wurde, dass der Touristiker ein angrenzendes 4,6 Hektar großes landwirtschaftliches Grundstück erwerben konnte. 330.000 Euro war der Boden teuer und beschäftigte auch die Landesregierung. Die Grundverkehrs-Landeskommission hatte dem Kauf zugestimmt, gegen den Willen der Bauernvertreter. Vergessen wurde allerdings darauf, den geplanten Verkauf vier Wochen lang an der Amtstafel der Gemeinde Lochau auszuhängen. Damit konnte auch kein weiterer landwirtschaftlichen Interessenten melden. Das wiederum hatte die Opposition im Landhaus auf den Plan gerufen. Landwirte seien bei dem damaligen Grundgeschäft rechtswidrig ausgeschlossen worden, so die Kritik damals.

„Die Konzeptfindung läuft. Ein Gasthaus wie einst lässt sich nicht mehr realisieren.“

Susanne Messmer, Unternehmerin

Die umstrittene landwirtschaftliche Fläche ist beim aktuellen Immobiliengeschäft kein Thema. Zum Verkauf stand ausschließlich die bewohnte Liegenschaft, wie die neue Besitzerin Susanne Messmer erklärt. Und die soll in Zukunft für die Öffentlichkeit in irgendeiner Form wieder zugänglich sein.