Neue Dornbirner Volksschule in der Gefahrenzone

Vorarlberg / 02.03.2019 • 21:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Um eine Einzugsgenehmigung zu erhalten, muss ein Objektschutz her. VN/Paulitsch
Um eine Einzugsgenehmigung zu erhalten, muss ein Objektschutz her. VN/Paulitsch

Einzugsgenehmigung in die neue Volksschule Haselstauden könnte im schlimmsten Fall versagt werden.

Dornbirn. Die neue Volksschule Haselstauden könnte bei einem 100-jährigen Hochwasser vom überlaufenden Haselstauderbach überflutet werden.  Neos-Stadtvertreter Nationalratsabgeordneter Gerald Loacker brachte bei der Sitzung des Stadtparlaments am Donnerstagabend das Thema auf den Tisch und sorgte damit für einige Aufregung.

Im schlimmsten Fall könnte sogar die Einzugsbewilligung durch das Land versagt werden, malt Loacker den Teufel an die Wand: „Die Stadt hat bei der Beschlussfassung des 12-Millionen-Euro-Projektes nicht bedacht, dass Teile der neuen Schule in einem gefährdeten Bereich liegen.“ Dem widerspricht Hochbaustadtrat Walter Schönbeck (FP): Die Stadt habe sehr wohl gewusst, dass es dort eine Gefahrenzone gibt und auch entsprechende Maßnahmen für den Objektschutz ins Auge gefasst. Konkret spricht er vom geplanten Bau eines Gerinnes aus Beton, das im Fall eines sehr großen Hochwasserereignisses die Fluten an der Schule vorbeileiten soll. Welche weiteren Schutzmaßnahmen genau ergriffen werden, muss noch mit dem Land abgeklärt werden. „Wir haben noch Zeit genug“, hat Schönbeck keine Bedenken, dass der Bezug Ende des Jahres oder Anfang 2020 in Gefahr ist. Sollte es, was niemand hofft, anders kommen, hätte Dornbirn beste Chancen, selbst die Schildbürger zu übertrumpfen.

Loacker ortet Versäumnisse

Zähe Verhandlungen Hauptursache des Problems ist der noch immer nicht in Angriff genommene hochwassersichere Ausbau des Haselstauderbaches, der in einem engen Bett mitten durch den Stadtteil fließt. „Hätte man dieses Projekt rechtzeitig umgesetzt, würde sich die ganze Diskussion erübrigen“, wirft Loacker der Stadt Versäumnisse vor. Der zuständige Tiefbaustadtrat Gebhard Greber (SPÖ) hält dagegen: Das Projekt Haselstauderbach sei längst in Planung, die Realisierung sei allerdings schwer. Vor allem die Verhandlungen mit Grundbesitzern, die Boden hergeben müssten, verlaufen zäh. Schönbeck zeigt für die Betroffenen Verständnis: „Keiner von denen kann sich erinnern, dass es je zu einer Überflutung gekommen ist.“ Allerdings hofft auch er, dass das Millionenprojekt so bald wie möglich in Angriff genommen wird: „Dann ist auch gesichert, dass der neuen Volksschule keinerlei Gefahr droht.“