Darum setzt der Rönser Raphael Barwart bei Inklusion auf Suppen

05.03.2019 • 10:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Raphael Barwart sieht der morgigen Eröffnugn der zäwas Suppenbar mit Vorfreude entgegen. VN/JS
Raphael Barwart sieht der morgigen Eröffnugn der zäwas Suppenbar mit Vorfreude entgegen. VN/JS

Raphael Barwart setzt beim Thema Inklusion auf neue Suppenbar.

Röns, Bludenz Noch wird in der Bludenzer Kirchgasse gebohrt, gehämmert und geschraubt. Morgen ist es dann aber schon soweit. Mit der zäwas Suppenbar eröffnet ein neues Angebot in der Bludenzer Innenstadt. „Es liegen drei intensive Wochen hinter uns“, weiß Raphael Barwart. Seit exakt einem Jahr ist der diplomierte Sozialarbeiter als Stellenleiter der Caritas tätig und verantwortet dabei unter anderem das zäwas.

Als Zivi gestartet

Begonnen hat Barwarts Engagement beim der sozialen Hilfsorganisation bereits vor 14 Jahren. In der Werkstätte Ludesch war der junge Mann damals als Zivildiener tätig. „Ich war zunächst eher skeptisch was die Arbeit mit Menschen mit Beeinträchtigung anlangt“, gibt er zu. Es habe sich aber sehr schnell herausgestellt, was für eine sinnvolle und erfüllende Tätigkeit dies sei. „Sich mit diesen Menschen zu beschäftigen und einzelne von ihnen – auf welche Weise auch immer – weiterzubringen, war sehr schön mitzuerleben. Ich habe gespürt, dass das etwas für mich ist“, erinnert sich der Rönser, der ursprünglich einen Bürojob ins Auge gefasst hatte, an die wegweisenden Erfahrungen von damals zurück. Nach einem weiteren, freiwilligen sozialen Jahr in der Werkstätte Ludesch, schrieb sich Barwart an der Kathi-Lampert-Schule in Götzis ein, die er im Jahr 2010 erfolgreich abschloss. Seine Entscheidung von damals hat der engagierte Sozialarbeiter bis heute nie bereut. Ganz im Gegenteil: „Ich bin sehr froh, dass alles so gekommen ist.“

Viele Aufgaben

Vor einem Jahr wurde Barwart zum Stellenleiter ernannt. Eine verantwortungsvolle Aufgabe, die mehrere Bereiche umfasst. Neben dem zäwas begleitet der Oberländer auch das Arbeits- und Dienstleistungsprojekt „gschickt und gschwind“ sowie das Projekt „Kompass“ federführend. „Mit dem Programm Kompass Assistenz ermöglichen wir Interessierten einen direkten Einstieg in den Arbeitsmarkt. Im gschickt und gschwind leisten Menschen mit Beeinträchtigung Dienstleistungsaufträge für renommierte Wirtschaftsunternehmen in der Region“, schildert er.

Beim zäwas war Barwart im letzten Jahr besonders gefordert, galt es doch die Philosophie der Einrichtung zu überarbeiten. „Unser Ziel ist es einen Treffpunkt für alle zu bieten, nicht ausschließlich für Menschen mit Beeinträchtigung. Denn Inklusion ist nur dann möglich, wenn wir die Leute zusammenbringen“, so der Stellenleiter. Gelingen soll dies mit „bsundiga“ Suppen. Nachhaltigkeit, Regionalität und Fair Trade sind dabei wesentliche Ingredienzien, die der neuen Suppenbar zum Erfolg verhelfen sollen.

Damit, nämlich mit Erfolg, ist der selbst ernannte Sportfanat durchaus vertraut. Mit der Wettkampfgruppe der Feuerwehr Röns, bei der er seit seiner Jugend Mitglied ist, feierte Barwart zwischen 2008 und 2016 zahlreich Erfolge auf Landes- wie auch Bundesebene. Unter anderem qualifizierte er sich 2009 mit seinen Kameraden für die Feuerwehrolympiade in Tschechien. Das intensive Training brachte ihn schließlich zur Leichtathletik, wobei er sich 2013 auf Anhieb zum schnellsten Vorarlberger über 100 Meter krönte. Seine Sportleidenschaft lebt der Rönser zudem beim SV Satteins aus. Dort kickt er mit der Nummer 8 auf dem Rücken unter anderem in der zweiten Landesklasse.

Zum Ausgleich ist der 32-Jährige auch gerne mit Freundin Tanja und Hund Goofy beim Wandern in der heimischen Bergwelt unterwegs. Nach dem ereignisreichen ersten Jahr als Stellenleiter freut sich der reisebegeisterte Oberländer neben der Eröffnung der Suppenbar auch auf eine dreimonatige Reise, die ihn heuer an die US-Amerikanische Westküste führen wird. VN-JS

Raphael Barwart

freut sich auf die Eröffnung der zäwas Suppenbar am morgigen Aschermittwoch.


Geboren 3. November 1986


Ausbildung Dipl. Sozialarbeiter


Beruf Stellenleiter bei der Caritas


Familie in festen Händen


Hobbys Fußball, Leichtathletik, Feuerwehr, Reisen

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