Thomas Matt

Kommentar

Thomas Matt

40 Tage offline?

06.03.2019 • 09:59 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Fleisch, Zigaretten, Alkohol fasten? Ist so was von abgenudelt! In der Welt der Trend-Veganer und Müsli-Fetischisten, Teilzeit-Vegetarier und Gluten-Vermeider müsste man ab Aschermittwoch schon auf Schweinebauch mit Semmelknödel umstellen, um noch aufzufallen. Aber so ein gepflegter Online-Verzicht . . . vierzig Tage offline . . . na, wie wär‘s?

Geht gar nicht, stammeln die Jünger der digitalen Verheißung leichenblass und verweisen auf die unentbehrliche Rolle der vernetzten Welt in Arbeit und Alltag. Wenn wir aber nur mehr Stippvisiten machten drüben, in der anderen Welt? Uns aufs Wesentliche beschränkten? Das Verlegenheitssurfen einstellten und all die Wortspenden unterließen, die das bisserl Strom nicht wert sind, den sie verbrauchen, was dann?

40 Tage lang Enthaltsamkeit statt digitaler Logorrhö, das klingt, als hätte sich der Heilige Benedikt von Nursia nach 1500 Jahren doch noch Gehör verschafft. Der verbannte die krankhafte Geschwätzigkeit aus den Klostermauern. Das Kapitel über das heilsame Schweigen steht ganz vorne in seiner Mönchsregel. Er hat es eingebettet zwischen Gehorsam und Demut.

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