Landesregierung in Bregenz mit Pauken und Trompeten abgesetzt

Vorarlberg / 05.03.2019 • 16:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Politiker leisteten bei Übernahme durch Narren keinen Widerstand.

Bregenz Die Regierung im Foyer: Zumindest einmal im Jahr wird das Regierungsfoyer seinem Namen gerecht, allerdings nicht ganz freiwillig. Am Faschingsdienstag müssen sich selbst höchste politische Entscheidungsträger der Narretei ergeben. So kam es, dass gestern auch das Landhaus in Bregenz von närrischen Zünften gestürmt und das schwarz-grüne Personal kurzerhand seines Amtes enthoben wurde. Die Gegenwehr hielt sich in überschaubaren Grenzen. Landeshauptmann Markus Wallner hatte sich im Wissen um die aussichtslose Lage samt Meerjungfrau Sonja rechtzeitig zum Abtauchen bereitgemacht.

Den Abgang geprobt

Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser und Gesundheitslanderat Christian Bernhard konnten ihren Abgang schon praktisch proben. Sie stehen für die Landtagwahlen im Herbst bekanntermaßen nicht mehr zur Verfügung. Dem Schottenrock nach zu urteilen stellt sich Rüdisser nach seiner politischen Laufbahn auf sparsamere Zeiten ein, während Bernhard offenkundig gänzlich inkognito durchs neue Leben gehen will. Versteckt unter einem goldglänzenden Hut sowie falscher Nase und Brille war er gerade noch an seiner hochaufgeschossenen Statur zu erkennen. Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker wollte nach dem desaströsen Prüfbericht des Landesrechnungshofs zum Institut für Sozialdienste die Welt wohl wieder einmal durch die rosarote Brille betrachten.

Kalbsbratwurst-Haubenkoch

Mobilitätslandesrat Johannes Rauch war selbstredend mit dem Radl da, und Sportlandesrätin Barbara Schöbi-Fink brachte sich im flotten schwarzen Dress und einem kräftigen Tritt mit dem Ball als mögliche Trainerin des SCR Altach in Stellung. Landesrat Christian Gantner, der erstmals einer Absetzung mit Pauken und Trompeten beiwohnte, machte gute Miene zum bösen Spiel. Er trat selbstbewusst als Ländle-Kalbsbratwurst-Haubenkoch in Erscheinung.

Zwei Stunden glich das Landhaus einem wahren Tollhaus. Musik- und andere Gruppen sorgten für eine ohrenbetäubenden Kulisse. Die Sicherheitsschleusen wurden nicht gebraucht. Mäschgerle sind ein friedfertiges Völklein, und ab heute ist ohnehin wieder Schluss mit Lustig.