Seltene Einmütigkeit im Landtag

06.03.2019 • 18:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Debatte um Zustand der Schulen im Land verlief differenziert.

Bregenz „Rostige Wasserleitungen, Containerklassen, Ausstattung aus dem letzten Jahrtausend – Vorarlbergs Jugend hat Besseres verdient!“ Unter diesen Titel hatten die Neos mit Sabine Scheffknecht die turnusmäßig von ihnen vorgegebene Aktuelle Stunde gestellt. Dabei kam es zu einer eher seltenen Situation im Landesparlament: Die Volkspartei mit Schullandesrätin Barbara Schöbi-Fink musste sich kaum selbst verteidigen gegen die Kritik, weil sowohl Freiheitliche als auch Sozialdemokraten und Grüne dem Land im Hinblick auf die Infrastruktur in den Pflichtschulen die Stange hielten. Nur beim Thema Bundesschulen pflichteten die übrigen Fraktionen den Neos bei. LH Markus Wallner versprach, im Hinblick auf das Bundesgymnasium Dornbirn-Schoren und die Sporthauptschule gegenüber dem Bund aufs Gaspedal zu steigen, sollte nicht bald eine Antwort auf die Forderungen des Landes kommen.

Landesrätin weist Kritik zurück

Zur Erinnerung: Im Gymnasium Schoren stehen für 36 Schulklassen 28 Klassenräume und vier Container zur Verfügung, der Rest sind Wanderklassen. Eltern erzählen von Temperaturen von unter 20 Grad in den Containern, denen Schüler ausgesetzt sind. Scheffknecht: „Seit April 2018 liegt ein Gutachten vor, dass eine bessere Abdichtung der Container 18.000 Euro und eine zusätzliche Heizung 20.000 Euro kosten würden.“ Für Scheffknecht liegt aber auch bei den Pflichtschulen so manches im Argen: „Es gibt Schulen, die sich über Jahre in desolatem Zustand befinden. Es gibt baufällige Volksschulen, bei denen es zum Dach hereinregnet, rostige Wasserleitungen, die in Lech im Vorjahr saniert wurden, andernorts aber noch nicht.“ Schullandesrätin Schöbi-Fink wies die Kritik zurück und führte Millionenbeträge an, mit denen Land und Gemeinden im Pflichtschulbereich investieren: „Wo sind diese baufälligen Schulen? Zeigen sie mir die Liste, Frau Scheffknecht. Ich weiß nicht, auf welchen Zug die Neos hier aufspringen, der Zug ist längst in Bewegung.“