Hubert Hämmerle als Präsident der Arbeiterkammer bestätigt

Vorarlberg / 07.03.2019 • 22:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
"Wir werden weiterhin den Stellenwert der Arbeitnehmer aufzeigen", betonte Hubert Hämmerle als wiedergewählter AK-Präsident. AK/Gorbach
„Wir werden weiterhin den Stellenwert der Arbeitnehmer aufzeigen“, betonte Hubert Hämmerle als wiedergewählter AK-Präsident. AK/Gorbach

Hämmerle wurde von 57 der 70 Kammerräte bei der Konstitutierenden Sitzung in der Arbeiterkammer Feldkirch als Präsident für weitere fünf Jahre bestätigt.

Feldkirch. Nach stürmischen Wahlkampfzeiten fährt die AK Vorarlberg wieder in ruhigeren Gewässern. Diesen Eindruck hatte man jedenfalls bei der gestrigen konstituierenden Vollversammlung in der AK Feldkirch. Der alte und neue Präsident Hubert Hämmerle (57) hatte ja bereits im Vorfeld angekündigt, auf eine breite Zusammenarbeit aller positiven Kräfte setzen zu wollen. Dies ist ihm offensichtlich gelungen: Die verschiedenen Wahlgänge verliefen ebenso ruhig und unspektakulär wie die Präsentation der zentralen Arbeitnehmerthemen. Steuerentlastung, (duale) Ausbildung, Digitalisierung, leistbares Wohnen, gleiches Einkommen für Frauen und Männer, Kinderbetreuung sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf werden die Knackpunkte in der Arbeitnehmervertretung sein.

Verspätete Angelobung wegen Föhnsturm

Etwas kurios gestaltete sich in Feldkirch lediglich der Sitzungsverlauf. Denn nachdem Hubert Hämmerle von 57 der 70 Kammerräten (81,43 Prozent) gewählt worden war und dieser die Wahl auch angenommen hatte, hätte er eigentlich sein Gelöbnis in die Hand der Vertreterin des Sozialministeriums geben sollen. Das klappte aber erst im zweiten Anlauf. Der Grund dafür: Dr. Anna Ritzberger-Moser wollte per Peoples-Jet zur Sitzung anreisen. Das machte allerdings für geraume Zeit der heftig tobende Föhnsturm unmöglich. Nach einer einstündigen Sitzungsunterbrechung landete dann schließlich das Flugzeug in Altenrhein und somit das präsidiale Gelöbnis doch noch in den Händen von Frau Doktor.

Die weiteren Wahlgänge verliefen ebenfalls mit großem Vertrauensvorschuss durch die einzelnen Fraktionen: Bernhard Heinzle und Jutta Gunz (beide FCG.ÖAAB) erhielten 77,14 Prozent, Manuela Auer (FSG) 68,57 Prozent der Stimmen. Gar einstimmig verliefen die Wahlen in den Kontrollausschuss und in den Vorstand, lediglich der FPÖ-Kandidat für den Vorstand, Michael Koschat, wurde von 18 der 70 Kammerrätinnen und Kammerräte nicht gewählt.

In der konstituierunden Sitzung des AK-Vorstands wurden dann schließlich Demir Sadettin (Gemeinsam) und Adnan Dincer (NBZ) ohne Stimmrecht in den Vorstand kooptiert sowie die Zahl und die Themen der Vorstandsaussüsse beschlossen. In der konstituierenden Sitzung des Kontrollausschusses wurde Gerhard Flatz (FSG) zum Obmann und Sevinc Kapakli (Gemeinsam) zu dessen Stellvertreterin bestellt.

Gemeinsam für Interessen der Arbeitnehmer

In seinen abschließenden Worten sagte AK-Präsident Hubert Hämmerle, dass man weiter mit allem Einsatz die Interessen der arbeitenden Menschen vertreten und für die AK-Mitglieder den größtmöglichen Nutzen stiften wolle. „Wir werden in den nächsten Jahren bei jedem möglichen Anlass den Stellenwert der Arbeitnehmer aufzeigen und deren Selbstwertgefühl steigern. Sie sind die wahren Leistungsträger, die den Wirtschaftsstandort Vorarlberg erfolgreich machen“, argumentierte Hämmerle. Und in Anspielung auf die AK-Wahl: „Wir werden unsere Positionen lautstark und unermüdlich vertreten und die anstehenden Herausforderungen anpacken, dranbleiben und schlussendlich durchsetzen.“

FSG-Auer: „Werden nicht lockerlassen“

„Wir werden nicht lockerlassen und unseren Kampf für die ArbeitnehmerInnen konsequent fortsetzen“ schlug FSG-Spitzenkandidatin Manuela Auer nach ihrer Wiederwahl zur AK-Vizepräsidentin in der konstituierenden Sitzung der AK-Vollversammlung in dieselbe Kerbe. Auer bekam 48 von 70  Stimmen und konnte damit ihren Zuspruch gegenüber der letzten Wahl ausbauen. „Wir haben uns auch dazu entschlossen, gemeinsam mit den konstruktiven Kräften in der AK-Vorarlberg zusammenzuarbeiten“, erklärt Auer. „Es braucht eine breite Front gegen die arbeitnehmerfeindliche Politik der schwarz-türkis-blauen Bundesregierung.“

Gremien in der Arbeiterkammer Vorarlberg

Vorstandsmitglieder
Anton Mathis, Jessica Lutz, Fritz Dietrich und Thomas Jutz (FCG/ÖAAB)
Werner Posch und Klaus Willi (FSG)
Michael Koschat (FPÖ)
Demir Sadettin (Liste Gemeinsam, kooptiert ohne Stimmrecht)
Adnan Dincer (NBZ, kooptiert ohne Stimmrecht
(Kraft Funktion im Vorstand vertreten ist zudem der Präsident und die Vizepräsidenten)

Kontrollausschuss
Gerhard Flatz (FSG, Obmann)
Sevinc Kapakli (Liste Gemeinsam, Obmann-Stellvertreter)