Neuer Kanal um eine Million Euro soll Dornbirn-Ebnit auch vor Hangrutschungen bewahren

Vorarlberg / 07.03.2019 • 10:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Seit 2009 besitzt Ebnit eine eigene Abwasserreinigungsanlage.
Seit 2009 besitzt Ebnit eine eigene Abwasserreinigungsanlage.

Dornbirn investierte über eine Million Euro in Abwasserleitung Ebnit-Heumöser.

Dornbirn Mit dem Neubau des Kanals vom Gasthaus Heumöser zur ARA Ebnit wird auch das Wegenetz für Mountainbiker deutlich verbessert und ausgeweitet. Auf ihrer jüngsten Sitzung gab die Stadtvertretung gegen zwei Stimmen der Neos grünes Licht für die vorläufig letzte Etappe der Kanalisation in der Walsergemeinde, hoch über Dornbirn. Mit dem Projekt sollen auch drohende Hangrutschungen in Grenzen gehalten werden.

Hohe Investitionen

Undichte Leitungen im Bereich des Gasthauses und des darunter liegenden Kolpingdorfs, verursacht durch Hangbewegungen, machten die geplante Totalerneuerung des Kanals erforderlich. „Wir verbessern damit die Infrastruktur und Ökobilanz im Ebnit“, begründet Bürgermeisterin Andrea Kaufmann die 1,1 Millionen-Euro-Investition.


Vorgesehen sind der Bau eines 1100 Meter langen Hauptkanals für die Abwässer und Abläufe für das Regenwasser. Das aus gutem Grund, sagt Tiefbaustadtrat Gebhard Greber: „Geologische Untersuchungen der Universität Karlsruhe kommen zum Ergebnis, dass eine Verringerung der Bodenbewegungen nur dann möglich ist, wenn die Durchnässung des Bodens vermindert wird.“


In den Bau einer Kanalisation im Dorf samt eigener, 2009 eröffneten Abwasserreinigungsanlage, Wildbach- und Lawinenverbauungen oder Straßenbeleuchtung wurden in den letzten 15 Jahren im Ebnit insgesamt acht Millionen Euro investiert. Für Tiefbaustadtrat Gebhard Greber ein Bekenntnis zum Erhalt der regionale Strukturen, für vergleichbare Lebensverhältnisse in allen Stadtteilen.


Dass die Neos das neueste Projekt als zu teuer und unverhältnismäßig ablehnten, kann er nicht nachvollziehen. Er verweist auf das in Dornbirn praktizierte Prinzip der Solidarität, das auch dann gilt, wenn nur relativ wenige Menschen von Maßnahmen für die Verbesserung der Infrastruktur profitieren. Das gilt auch für die Straße ins Ebnit, die aufgrund der geologischen Gegebenheiten immer wieder repariert oder auch ausgebaut werden muss. Inzwischen laufen die Planungen für die neue Rappenlochbrücke, Herzstück der Straße, auf Hochtouren. Sie ersetzt die Behelfsbrücke, die nach dem Brückenabsturz 2011 von Bundesheerpionieren über die Schlucht gespannt wurde. RHA