Die Sprache der Babys richtig verstehen

07.03.2019 • 22:03 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Babys können herzig, aber auch sehr anstrengend sein. Sich rechtzeitig Unterstützung zu holen kann, allen zum Vorteil gereichen.Voki
Babys können herzig, aber auch sehr anstrengend sein. Sich rechtzeitig Unterstützung zu holen kann, allen zum Vorteil gereichen.Voki

Viel Interesse an internationaler Tagung zu frühen Hilfen.

bregenz Schon mehr als 250 Anmeldungen verzeichnet die 5-Länder-Tagung zu den Frühen Hilfen, die kommende Woche in Dornbirn stattfindet. Frühe Hilfen werden im Rahmen von Netzwerk Familie angeboten, das Eltern und Kinder in den ersten Lebensjahren unterstützt. Studien belegen den Nutzen solcher Interventionen. Ein weiteres Angebot ist das sogenannte „Baby ABC“. Es hilft jungen Müttern und Vätern dabei, die Signale ihres Nachwuchses richtig zu deuten. Seit 2015 wurden über 150 Familien in ihrer Elternrolle gestärkt.

Optimale Vorbereitung

Netzwerk Familie ist ein Angebot des Vorarlberger Kinderdorfs gemeinsam mit der aks gesundheit und den Vorarlberger Kinder- und Jugendärzten. Das Projekt wird im Auftrag der Vorarlberger Gebietskrankenkasse und des Landes Vorarlberg umgesetzt. Es handelt sich um eine Maßnahme im Rahmen der österreichweiten Vorsorgestrategie und wird aus Mitteln der Bundesgesundheitsagentur und des Landesgesundheitsförderungsfonds finanziert. Durch das „Baby ABC“ werden Eltern unterstützt, sich optimal auf das Eltern-Sein vorzubereiten und eine sichere Bindung zu ihren Kindern aufzubauen. Vier Expertinnen bringen dazu Wissen und Erfahrungen ein. Eines der Angebote sind SAFE-Kurse, die Eltern darin ausbilden, angemessen auf die Signale ihres Babys zu reagieren. „Schon während der Schwangerschaft wird den Müttern und Vätern Sicherheit im Umgang mit ihrem Baby vermittelt“, erklärt Sandra Gohm. „In einer Gruppe wird das Vertrauen in die natürlichen elterlichen Fähigkeiten gestärkt. Diese Begleitung startet etwa in der 20. Schwangerschaftswoche und dauert bis zum Ende des ersten Lebensjahres des Kindes. Nach der Geburt sind die Babys bei den Seminaren dabei“, berichtet die Sozialpädagogin.

Ein weiterer Baustein ist die Entwicklungspsychologische Beratung (EPB). Dabei handelt es sich um eine videobasierte Beratungshilfe zum Aufbau einer guten Eltern-Kind-Beziehung, denn trotz aller elterlichen Intuition sind die Signale der Babys nämlich nicht immer leicht zu entschlüsseln. Sandra Gohm nennt ein alltägliches Beispiel: „Wenn das Baby anfangs den Kopf zur Seite dreht, kommt bei Mama oder Papa das Gefühl auf, dass das Kind sie nicht ansehen will. Die Erklärung ist jedoch einfach. Ein Baby ist zuerst gar nicht in der Lage, den Kopf lange in der Mitte zu halten und die Eltern anzuschauen.“ Bei solchen und anderen Missverständnissen werden die Expertinnen als Übersetzerinnen aktiv und verdeutlichen bestimmte Situationen anhand von Videosequenzen. VN-MM