Lindau: Zwei Vorarlbergerinnen bei Unfall mit „Geister-Lkw“ verletzt

Vorarlberg / 10.03.2019 • 22:17 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Pkw aus Vorarlberg wurde bei dem Unfall aufs Dach geschleudert. knappmeyer
Der Pkw aus Vorarlberg wurde bei dem Unfall aufs Dach geschleudert. knappmeyer

Polizei sucht nach einem Sattelzug, der angeblich an einer Auffahrkollision auf der A 96 bei Lindau beteiligt war.

Lindau Die deutsche Polizei bezeichnet ihn als einen „etwas seltsamen Verkehrsunfall“, mit dem die Lindauer Beamten in der Nacht auf Sonntag befasst waren. So wurde am Sonntag gegen 0.50 Uhr zunächst mitgeteilt, dass offenbar ein Pkw auf der Autobahn A96 an eine Leitplanke geraten war. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht einwandfrei geklärt, ob ein Unfallbeteiligter verletzt wurde. Während der Unfallaufnahme stellte sich dann heraus, dass eine 56-jährige Deutsche mit Wohnsitz in der Schweiz auf der Autobahn in Richtung Österreich unterwegs gewesen war.

Pkw überschlagen

Kurz vor der Abfahrt Lindau erkannte die Deutsche wohl einen vor ihr fahrenden Lkw-Sattelzug zu spät und fuhr auf diesen auf. Der Sattelschlepper wiederum soll dadurch einen vor ihm fahrenden Pkw gerammt haben, der von einer 55-jährigen Vorarlbergerin gelenkt wurde.

Durch den Anstoß überschlug sich ihr Auto im Grünstreifen und blieb anschließend am rechten Fahrbahnrand auf dem Dach liegen. Das Fahrzeug war mit zwei Frauen besetzt, wovon die eine schwere und die andere leichte Verletzungen erlitt. Die Deutsche blieb weitgehend unverletzt. Der Lkw-Fahrer soll dann angehalten haben und zu den beiden Vorarlbergerinnen gegangen sein, die noch verletzt in ihrem Pkw lagen. Sie baten den Lkw-Fahrer ihrer Aussage nach um Hilfe und darum, dass er die Polizei verständigen solle.

Daraufhin soll der unbekannte Lastwagenfahrer in seinen Sattelzug eingestiegen und in Richtung Vorarlberg davongefahren sein. Der Mann konnte von den Unfallbeteiligten nicht beschrieben werden. Die verletzten Frauen wurden vom Rettungsdienst ins Landeskrankenhaus nach Bregenz gebracht. Eine von ihnen ist stationär aufgenommen worden, die andere konnte das Krankenhaus nach ambulanter Behandlung wieder verlassen. Suchmaßnahmen nach dem Lkw sowohl auf deutscher als auch auf österreichischer Seite verliefen ergebnislos. Offenbar konnte am weißen Auflieger das Teilkennzeichen „HA“ für den Zulassungsbezirk Hallein abgelesen werden.

Totalschaden

An den Pkw der Deutschen sowie der Vorarlbergerinnen entstand Totalschaden. Der Lkw-Sattelzug dürfte an der Front erheblich beschädigt sein.

Die deutsche Unfallverursacherin erwartet nun ein Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung. Sollte der Lkw-Fahrer ermittelt werden können, erwartet ihn zumindest ein Ermittlungsverfahren wegen unterlassener Hilfeleistung und Unfallflucht. VN-GS