Das Hegen und Pflegen der Volksschulen in Vorarlberg hat sich gelohnt

Vorarlberg / 11.03.2019 • 19:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Begeisterung der Volksschüler bleibt immer auch ein Produkt der Begeisterungsfähigkeit ihrer Lehrer.Foto: VN/Stiplovsek
Die Begeisterung der Volksschüler bleibt immer auch ein Produkt der Begeisterungsfähigkeit ihrer Lehrer.Foto: VN/Stiplovsek

Evaluation der Sonderförderung für die Volksschulen. Besondere Fürsorge hat sich rentiert.

Bregenz Es muss bei den Kleinen anfangen. Diesen Entschluss fassten vor gut fünf Jahren die Schulverantwortlichen des Landes. Also wurde eine jährliche Sonderförderung des Landes im Ausmaß von über drei Millionen Euro beschlossen. Damit sollte in der Grundstufe damit begonnen werden, die schlechten Ergebnisse von Vorarlberger Schülerinnen und Schülern bei diversen Testungen zu verhindern. Verwendet wurde das Geld für zusätzliche Stunden. Jede Volksschule investierte dort, wo sie den größten Förderbedarf ortete.

63 Dienstposten mehr

„Wir haben in den fünf Jahren nun18 Millionen Euro vom Land investiert, dazu 715.000 Euro zusätzlich für Maßnahmen in der Verwaltung, um das pädagogische Personal zu entlasten“, rechnet Landeshauptmann Markus Wallner (51) vor. Insgesamt seien 63 Dienstposten mehr geschaffen worden, die Investitionen würden fortgesetzt, ergänzt Wallner.

Fragt sich, was diese Zusatzförderung für die Volksschulen gebracht haben. „Viel“, meinen dazu dieselben Experten. Zu diesen gesellten sich auch die beiden Bildungswissenschaftlerinnen der Pädagogischen Hochschule Weingarten, Stefanie Schnebel und Sandra Langer. Sie hatten den Auftrag, das Förderprogramm auf seine Effizienz zu prüfen. Ihr Resümee: Das Angebot wurde reichlich genutzt. 75 Prozent der Schulen gaben an, in den Bereichen DaZ (Deutsch als Zweitsprache) und Lese-Rechtschreibung zu fördern, 28 Prozent verwendeten die zusätzlichen Gelder für Begabtenförderung.

Wissenschaftliche Grundlage

Es wurden elf Good-Practice-Schulen ausgemacht, um die Erfolgskriterien herauszuarbeiten. Grundlegende Erkenntnis dabei: Es funktionieren jene Programme am besten, die auf wissenschaftlich fundierten Grundlagen fußen.

Das Paket hat mit dazu beigetragen, uns beim Bildungsstandardtest zu verbessern

Karin Engstler, Landespflichtschulinspektorin

Für Landespflichtschulinspektorin Karin Engstler sind die Volksschullandesförderungen ein Grund dafür, dass die Vorarlberger Schülerinnen und Schüler der vierten Schulstufe beim jüngsten Bildungsstandardtest in Mathematik erfrischend gut abgeschnitten haben. „Es sind natürlich auch andere Maßnahmen dafür verantwortlich. Zum Beispiel die verpflichtenden Fortbildungen zur Beherrschung der Testformate für Lehrer, mit denen ich mir nicht nur Freunde gemacht habe. Aber auch eine veränderte Grundhaltung zur Bedeutung der Tests.“ Bildungslandesrätin Barbara Schöbi-Fink ist froh darüber, dass die Evaluation der Landessonderförderung für Volksschulen durchgeführt wurde und sich nun ein klares Bild ergibt.

Volksschulpaket Land Vorarlberg

Start Schuljahr 2013/2014

1400 zusätzliche Wochenstunden

50.000 Einzelstunden im Jahr

Bisher 18 Millionen Euro investiert

11 Good-Practice-Schulen

Evaluierung 2017 mit Onlinefragebogen an alle 161 Volksschulen