Personalmangel! OP-Absagen in Feldkirch

11.03.2019 • 19:14 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Für den Chefarzt des LKH Feldkirch, Primar Wolfgang Elsäßer, ist die derzeitige Personalsituation in seinem Bereich alles andere denn zufriedenstellend. vn
Für den Chefarzt des LKH Feldkirch, Primar Wolfgang Elsäßer, ist die derzeitige Personalsituation in seinem Bereich alles andere denn zufriedenstellend. vn

In der HNO-Abteilung des Landeskrankenhauses klemmt es derzeit gewaltig.

Feldkirch Unliebsame Post erhielten in den vergangenen Tagen mehr als 30 Patienten der HNO-Abteilung des Landeskrankenhauses Feldkirch. Personalmangel im Pflegebereich machte es notwendig, bereits geplante und terminisierte Eingriffe kurzfristig zu verschieben. Das Problem: Es gibt keine Alternative im Land, weil gewisse Eingriffe im HNO-Bereich, wie etwa Mandeloperationen nur in Feldkirch durchgeführt werden dürfen. Die Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG) bestätigte auf VN-Nachfrage den Engpass ebenso wie der Leiter der HNO-Abteilung, Primar Wolfgang Elsäßer. Dem Vernehmen nach fehlt Personal für etwa fünf Vollzeitstellen. Das derzeit schwelende Loch wird unter anderem mit der Umsiedlung in das neue OP-Zentrum begründet.

Hoffen auf zusätzlichen OP-Tag

Bislang teilten sich HNO sowie die Abteilung für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (MKG) die OP-Kapazitäten. Jetzt kommt noch die Neurochirurgie dazu. „Das ist eine völlig neue Situation, weil sich das Pflegepersonal nun den entsprechenden Fachschulungen unterziehen muss, und das braucht Zeit“, erklärt Elsäßer. Krankenstände sowie das Fehlen von Pflegepersonal ganz allgemein verschärfen die Lage. Arbeitsgruppen sollen Strategien ausloten, wie die Attraktivität dieses Berufs gesteigert werden kann. „OP-Personal im Schwerpunktkrankenhaus hat andere Anforderungen zu bewältigen“, spricht der Chefarzt auch in Hinblick einer finanziellen Aufwertung Klartext. Die HNO-Abteilung wiederum soll in absehbarer Zeit einen zusätzlichen OP-Tag pro Woche zugestanden bekommen.

Er verstehe die Enttäuschung der Patienten, die eine vorläufige Absage für den ursprünglichen OP-Termin erhalten haben. „Das ist für alle Beteiligten unangenehm und wird daher immer als letzte Konsequenz wohlüberlegt“, sagt Wolfgang Elsäßer. „Wir sind aber bemüht, die Patienten so schnell wie möglich mit neuen Terminen zu versorgen.“ Vergangene Woche habe die HNO-Abteilung deshalb eine Informationsoffensive eingeleitet. 26 Patienten wurden demnach schriftlich informiert, sieben telefonisch verständigt. „Am gestrigen Montag konnte die Abteilung für 23 Personen Termine im April festlegen“, verlautet aus der KHBG. Die Schreiben seien bereits in der Post. Alle weiteren Personen würden Anrufe in den kommenden zwei Wochen erhalten.

Vorrang für Notfälle

Bei den abgesagten Eingriffen handelt es sich um sogenannte elektive, also planbare Operationen. „Ist eine Verschiebung erforderlich, schätzt der Arzt in jedem Fall die individuelle gesundheitliche Situation des Patienten ab“, betont Wolfgang Elsäßer. Medizinische Notfälle wie etwa Tumoren, Traumata oder akute Entzündungen seien nicht betroffen. Sie hätten immer Vorrang in der Behandlung, bekräftigt der Primar, der hofft, dass seine Abteilung bald wieder in ruhigeren Gewässern segelt.

Neben der Aufstockung um einen OP-Tag liebäugelt Elsäßer noch mit anderen strukturellen Änderungen. So will er kleinere Eingriffe, die unter lokaler Betäubung durchgeführt werden können, in die ehemaligen OP-Räumlichkeiten auslagern. Das soll Druck von der OP-Spange nehmen. Das größte Problem aber bleibt die Suche nach Pflegepersonal für eben dieses OP-Zentrum. Hier müsse sich schnell etwas tun.

„Eine Absage ist für alle Beteiligten unangenehm und wird als letzte Konsequenz überlegt.“