Zug fährt ein

11.03.2019 • 19:43 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
LR Johannes Rauch, Gerhard Mayer (ÖBB), GF Christian Diewald (Bombardier) und GF Christian Hillbrand (VVV) empfingen die neue Zuggarnitur in Langen. VN/Hartinger
LR Johannes Rauch, Gerhard Mayer (ÖBB), GF Christian Diewald (Bombardier) und GF Christian Hillbrand (VVV) empfingen die neue Zuggarnitur in Langen. VN/Hartinger

Neue Zuggarnitur zu Testzwecken erstmals in Vorarlberg unterwegs.

Langen Er ist da. Zwar mit etwas Verspätung und nicht allzu lange, aber er ist da. Der neue ÖBB Cityjet Talent 3 rollte gestern Vormittag erstmals über Vorarlberger Gleise. Mit rund einer halben Stunde Verspätung traf das neue Aushängeschild des öffentlichen Nahverkehrs in Vorarlberg bei dichtem Schneegestöber um kurz vor 12 Uhr am Bahnhof in Langen ein.

Vor mehr als zwei Jahren hatte sich der kanadische Zughersteller Bombardier bei einer europaweiten Ausschreibung als Bestbieter durchgesetzt. Im Dezember 2016 erfolgte die Bestellung. Nun also ist der erste von insgesamt 21 neuen Regionalzügen, die den seit 2005 in Vorarlberg verkehrenden Talent 1 im Laufe des Jahres ersetzen werden, erstmalig im Land unterwegs.

In Empfang genommen wurde der Zug, der zu den modernsten Regionalzügen der Welt zählt, von Mobilitäts-Landesrat Johannes Rauch, ÖBB-Regionalmanager Gerhard Mayer, Verkehrsverbund-Geschäftsführer Christian Hillbrand sowie Bombardier-Austria-Geschäftsführer Christian Diewald. Landesrat Rauch sprach dabei von einer neuen Qualität für den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) in Vorarlberg. „Der ÖPNV in Vorarlberg boomt. Diese Züge werden dazu beitragen, unsere Kapazitätsprobleme zu lösen“, so Rauch.

Der mit etlichen Messgeräten ausgestattete Neuankömmling wird vorerst zwei Tage lang auf Vorarlbergs Gleisen unterwegs sein und Daten erheben. Parallel dazu sind neun weitere Züge aktuell im Testbetrieb im Einsatz, vier davon in Österreich, wie Christian Diewald gegenüber den VN angibt. „Bis Ende März sollen die Tests abgeschlossen sein“, informiert Diewald. Danach ist die Arbeit aber noch nicht abgeschlossen. Da die neuen Züge in Österreich, Deutschland und der Schweiz verkehren werden, müssen in allen Ländern die notwendigen Zulassungen erwirkt werden. „Wir sind froh, dass der erste Zug im Land ist. Es liegt jetzt noch viel Arbeit vor uns. Wir sind aber zuversichtlich, dass wir alles fristgerecht schaffen“, so Gerhard Mayer seitens der ÖBB.

Die Kosten für die 21 neuen Züge belaufen sich auf 150 Millionen Euro. Es ist dies die größte Investition, die in Vorarlberg je in den ÖPNV getätigt wurde. VN-JS

Talent-3-Züge

304 Sitze im Winter, 275 im Sommer

in ca. 28 Sekunden von 0 auf 100

160 km/h Höchstgeschwindigkeit

104,5 Meter lang

mobilfunkoptimierte Fenster, WLAN, moderne Fahrgastinformation, Steckdosen

umweltfreundliche Klimaautomatik

barrierefrei

bis zu 42 Fahrrad-Abstellplätze im Sommer, Skiabstellfläche im Winter