Der tragische Krebstod einer jungen Mutter

Vorarlberg / 12.03.2019 • 18:21 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Martin Bizjak war knapp 30, als er Witwer wurde. Seine Frau starb kurz nach der Geburt ihrer Tochter.

DORNBIRN Im April 2017 wurde der 28-Jährige Vater, ein halbes Jahr später Witwer. „Alles, was schiefgehen kann, ging bei uns schief“, resümiert Martin Bizjak (30). Dabei hatte alles so vielversprechend begonnen. Der Slowene, der wegen eines Jobs 2013 nach Vorarlberg gekommen war, lernte Janette über Freunde kennen. Martin verliebte sich in die hübsche Dornbirnerin. „Mir gefielen ihre Augen und ihr Lachen.“ Dann ging alles sehr schnell. Zunächst stellte er sie seinen Eltern vor. „Janette konnte sie innerhalb weniger Minuten für sich einnehmen. So ein Mensch war sie.“ Dann wurde die 35-Jährige nach vier Monaten Beziehung schwanger. „Wir freuten uns beide auf das Kind.“

Manchmal aber sind Freude und Leid nahe beieinander. Die schwangere Frau bemerkte einen Knoten in ihrer Brust. „Der Arzt sprach zunächst von einer Zyste. Wir meinten anfangs, dass sie gutartig ist. Doch sie wurde immer größer und tat Janette weh.“ Im März 2017 wurde der werdenden Mutter mitgeteilt, dass sie Brustkrebs hat. „Es war surreal. Meine Freundin stand kurz vor der Niederkunft.“

Gleich nach der Geburt von Rosalia unterzog sich Janette einer Chemotherapie. Ihre Überlebenschance war nicht groß, denn der Krebs war zu spät entdeckt worden und hatte bereits gestreut. „Sie hatte Metastasen in der Leber.“ Aber Janette gab nicht auf. „Sie hat in ihrem Herzen gespürt, dass sie keine Chance hat. Der Grund, warum sie aber noch gekämpft hat, war Rosalia. Das Kind bedeutete ihr alles.“

Janettes Leiden hörte erst mit ihrem Tod im Oktober 2017 auf. Zuvor musste sie noch einige Operationen über sich ergehen lassen. „Man entfernte ihr zwei Tumore in der Leber, eine Brust und die Lymphknoten.“ Zuletzt hatte sie wegen Knochenmetastasen starke Rückenschmerzen.

Eine Woche vor dem Tod geheiratet

Janette hatte nicht mehr viele gute Tage. An einem ihrer letzten kaufte sie mit ihren Freundinnen ein weißes Brautkleid, denn sie und Martin hatten beschlossen, zu heiraten. Eine Woche vor Janettes Tod fanden die Hochzeit und die Taufe statt, zuhause, im Kreis der Familie. „Wir haben alle geweint.“ Noch heute kommt Martin dieser Tag völlig unwirklich vor.

Vier Tage nach ihrem 37. Geburtstag starb Janette im Schlaf. Ihr Ehemann wachte auf, weil sie schwer atmete. Am Tag zuvor hatte er ihr noch versprechen müssen, sich gut um Rosalia zu kümmern. Das Mädchen wird in wenigen Wochen zwei Jahre alt. Für ihren Vater ist sie „das Wichtigste in meinem Leben. Sie bedeutet mir alles“. Dass seine Tochter glücklich und in einer stabilen Umgebung aufwachsen kann, liegt nicht nur an ihm, sondern auch an der Familie: „Sie unterstützt mich sehr.“ Rosalia ist zwar Halbwaise, aber ein fröhliches Kind. Jedes Mal, wenn sie lacht, und sie lacht viel, wird ihr Vater an Janette und die starke Liebe, die sie miteinander verband, erinnert: „Rosalia kommt mehr nach ihrer Mutter und hat das gleiche Lachen wie sie.“ In dieses hatte er sich einst verliebt.

Martin Bizjak kümmert sich liebevoll um seine Tochter Rosalia. Philipp STeurer
Martin Bizjak kümmert sich liebevoll um seine Tochter Rosalia. Philipp STeurer