Matt übernimmt in Feldkirch das Ruder

12.03.2019 • 20:55 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bildung hat für Matt besondere Bedeutung. Mit der neuen VS Altenstadt, in die das PFZ integriert wird, steht ein großes Projekt an.

Bildung hat für Matt besondere Bedeutung. Mit der neuen VS Altenstadt, in die das PFZ integriert wird, steht ein großes Projekt an.

Vizebürgermeister folgt auf Langzeitstadtchef Wilfried Berchtold.

feldkirch Es war exakt 18.47 Uhr, als in Feldkirch eine Ära zu Ende ging. Nach 27 Jahren und 233 Tagen Bürgermeistertätigkeit verzichtete Wilfried Berchtold (64) auf sein Amt. Berchtold, der Medienvertretern kein Bilanzgespräch geben wollte, nutzte die Gelegenheit im Rahmen der Sondersitzung der Stadtvertretung im Montforthaus, Worte an die Stadtpolitiker und rund 300 geladenen Festgäste zu richten. „Ich habe es als Privileg empfunden, Bürgermeister von Feldkirch zu sein“, betonte er. In den 27 Jahren habe die Sorge um das Wohl Feldkirchs alle Stadtvertreter mit ihm verbunden. Entäuscht sei er darüber, dass er es nicht geschafft habe, die Verkehrsentlastung der Stadt, den Stadttunnel, umzusetzen. „Aber hier gibt es sehr positive Signale“, ist er von der Umsetzung überzeugt.

Auch die übrigen Fraktionen hatten an diesem Abend lobende Worte für Berchtold gefunden. „Die bestverwaltete Stadt Vorarlbergs“ und die sehr positive Entwicklung Feldkirchs wurden als Vermächtnis des Altbürgermeisters gelobt. 

Landeshauptmann Markus Wallner (51) nutzte die Gelegenheit ebenfalls und bedankte sich bei Berchtold für die Zusammenarbeit mit dem Land Vorarlberg im vergangenen Vierteljahrhundert. Es habe ihm imponiert, dass Berchtold niemals das getan habe, was gut ankomme. „Du hast immer das getan, worauf es ankommt“, betonte Wallner.

Langjähriger Vertrauter Berchtolds

Kurze Zeit später, um 20:20 Uhr, wurde dann das Neuwahlergebnis bekannt gegeben. Wolfgang Matt (63) wurde von der Stadtvertretung zum neuen Bürgermeister gewählt und in der Folge von Bezirkshauptmann Herbert Burtscher angelobt. Matt, gelernter Bankkaufmann, ist ein langjähriger Weggefährte Berchtolds, was er auch in seiner Antrittsrede betonte. Das gegenseitige Vertrauen werde auch in Zukunft bestehen, meinte Matt. „Nur dass ab sofort ich es bin, der die letzte Verantwortung hat.“

Der neue Bürgermeister nutzte die Gelegenheit, um einen programmatischen Ausblick aufs kommende Jahr zu geben. Bildung, der Umgang mit den Schwächsten, Verkehr und die Kultur hob er in seiner Rede als zentrale Themen hervor. „Ich bin kein Bürgermeister der lauten Worte“, hatte Matt bereits im Vorfeld gegenüber den VN seinen Ansatz zur Politik erklärt. „Trotzdem werde ich die Finger in die Wunden legen.“ Im Gespräch betonte er auch, dass er trotz seines Alters für Erneuerung stehe. Mit Gudrun Petz-Bechter, die gestern als Matts Nachfolgerin Vizebürgermeisterin wurde, und Benedikt König, der neu in den Stadtrat eingezogen ist, habe der Verjüngungsprozeß begonnen, dieser werde fortgesetzt. Matt bat, an seinen Taten gemessen zu werden. „Ich werde die Menschen in den Mittelpunkt stellen. Die Arbeit aller ist nichts wert, wenn die Ergebnisse nicht der Stadt und den Bürgern zugute kommen.“

„Ich habe es als Privileg empfunden Bürgermeister von Feldkirch zu sein.“

Seniorenbetreuung genießt seit jeher hohe Priorität und soll durch neues Projekt „Haus 5“ kräftig ausgebaut werden.

Seniorenbetreuung genießt seit jeher hohe Priorität und soll durch neues Projekt „Haus 5“ kräftig ausgebaut werden.

Verkehrsproblematik und Staus gelten als Dauerbrenner. Die Stadtoberen pochen auf Entlastung durch Stadttunnelbau.

Verkehrsproblematik und Staus gelten als Dauerbrenner. Die Stadtoberen pochen auf Entlastung durch Stadttunnelbau.

Ehrenamtlichkeit nimmt einen großen Stellenwert ein und soll weiter gefördert werden, betont der neue Stadtchef Matt. BIN

Ehrenamtlichkeit nimmt einen großen Stellenwert ein und soll weiter gefördert werden, betont der neue Stadtchef Matt. BIN

Abstimmungsergebnisse

Bürgermeisterwahl Wolfgang Matt wurde mit 22 Stimmen (14 ungültige) Bürgermeister gewählt.

Vizebürgermeisterin Gudrun Petz-Bechter (VP) setzte sich mit 20 Stimmen durch. Marlene Thalhammer (Feldkirch blüht) erhielt 7, Thomas Spalt (FP) 6 Stimmen. 3 ungültige.

Stadtrat Benedikt König (VP) erhielt 26 Ja- und 10 Nein-Stimmen.