Tony Walser

Kommentar

Tony Walser

Neustart ohne Bilanz

12.03.2019 • 20:55 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

800 Jahre Feldkirch wurde in der Montfortstadt ein Jahr lang gefeiert. So gesehen wurden auch die 28 Jahre mitgefeiert, in denen Wilfried Berchtold (64) der Stadt seinen Stempel aufgedrückt hat. Unter seiner Regentschaft hat Feldkirch eine insgesamt sehr positive Entwicklung genommen, einmal davon abgesehen, dass den Stadtoberen beim Sozialwohnbau das Bremspedal näher war als der Gashebel.

Ein Blick über die Dächer der Stadt zeigt, dass die vorherrschenden privaten Wohnangebote fast durchwegs für Besserverdiener geschaffen sind und leistbarer Wohnraum für junge Familien Mangelware ist.

„Trauriges Ende“

Dass Wilfried Berchtold seine Bürgermeister-Ära samt nachweislicher Verdienste für die Stadt lediglich in Form einer Aussendung durch die lapidare Aufzählung von umgesetzten Projekten beendet, bezeichnen auch so manche in der Volkspartei als „trauriges Ende“. Traurig deshalb, weil das Stadtoberhaupt im Hinblick auf seine Bilanz sich selbst im Weg gestanden ist: Er wollte offenbar mit aller Macht verhindern, dass er auf seinen acht Jahre zurückliegenden Prozess mit Freispruch angesprochen und mithin vom dunklen Schatten seiner Vergangenheit eingeholt wird.

Mit Wolfgang Matt (63) als Stadtchef setzen Feldkirchs Schwarze nun auf Berechenbarkeit und Durchsetzungskraft. Fakt ist indes, dass sich in ihren Reihen keine jungen Kandidaten aufgedrängt haben. Für den Neuen liegt die Herausforderung auch in der Fortführung der sachpolitischen Erfolge seines Vorgängers. Gleichzeitig muss Matt aber auch neue Akzente setzen.

Große Brocken

Es gilt, große Brocken wie den Ausbau der stationären Altenpflege und ein besseres Angebot an betreutem Wohnen zu bewältigen. Im Zentrum steht aber das ungelöste Verkehrsproblem. Obwohl hier eigentlich das Land in der Verantwortung ist, wird Matts Abschneiden bei der Gemeindewahl 2020 auch davon abhängen, ob es gelingt, den von zwei Dritteln der Bürger geforderten Stadttunnel zu bauen.

„Für den Neuen liegt die Herausforderung auch in der Fortführung der sachpolitischen Erfolge seines Vorgängers.“

Tony Walser

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